Quadratur des Kreises
Ohne den notorischen BIC-Stift, der ihm oft als Dirigentenstab dient und irgendwie zu seinem Markenzeichen wurde, sondern mit bloßen Händen formend, schraffiert René Jacobs in vertikal wippenden Arm- und Körperbewegungen Glucks «Telemaco»-Musik sozusagen in den Raum. Wobei das Ganze, will man den Vergleich weiterspinnen, eher auf eine zart aquarellierte Zeichnung hinausläuft denn auf hart kontrastierende Tuschmalerei: Den feinen, sprechenden Details gilt die Aufmerksamkeit, der plastischen, elastischen Klangrede.
So tritt Jacobs mit der Akademie für Alte Musik Berlin engagiert für ein recht zwitterhaftes Werk ein. Denn der Theaterenthusiast, Kronprinz und spätere Kaiser Joseph (II.) hatte sich zu seiner Hochzeit 1765 vom Ritter Gluck ein Stück gewünscht, das die Quadratur des Kreises vollziehen und die Seria Metastasio’scher Prägung mit der damals gerade geschaffenen Reformoper kombinieren sollte.
Jeder der beiden Akte erzählt im Grunde seine eigene, von Librettist Marco Coltellini geschickt miteinander verknüpfte Geschichte: Im ersten (nach Homers Odyssee) sucht Telemach nach seinem Vater Odysseus, der sich in den Fängen der zauberischen Circe befindet; im zweiten (nach einer ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché
Die Premiere wurde live auf BR Klassik übertragen und stand unter keinem guten Stern: Beide alternierenden Solistinnen für die Rolle von Wilhelm Tells Sohn Jemmy waren indisponiert. Michaela Maria Mayer spielte immerhin, aus dem Graben sang Einspringerin Claudia Braun, die aber nicht alle Arien der fast immer anders gekürzten Oper kannte, so dass im Schlussakt...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Purcell, King Arthur: 1. (P), 7., 13., 27. (Hiemeyer, Hirche, Grau)
• Un ballo in maschera: 5.,...
Nach der Brüsseler Uraufführung im Jahr 1991 ist John Adams’ zweite Oper «The Death of Klinghoffer» nur selten auf die Bühne gekommen. Im Vereinigten Königreich folgte auf eine konzertante Londoner Aufführung im Jahr 2002 nur noch eine Produktion der Scottish Opera, die 2005 beim Edinburgh Festival gezeigt wurde. Erst jetzt, fast einundzwanzig Jahre nach der...
