Opern-Thriller und leichtfüßige Komödien
Gian Carlo Menotti, der vor vier Jahren im Alter von fast 96 Jahren verstarb, war eine der umtriebigsten und vielseitigsten Erscheinungen des amerikanischen und europäischen Musik-Business: Komponist und Librettist (nicht nur eigener Werke), Regisseur und Festspielleiter. Seine Opern «Das Medium», «Der Konsul» und «Amahl und die nächtlichen Besucher» wurden auch auf deutschen Bühnen viel gespielt, als Regisseur war er in München, Wien, Paris und an der Met zu Gast.
1958 gründete er in Spoleto das «Festival dei due mondi», das amerikanische und europäische Kultur konfrontiert und später Ableger in den USA und in Australien fand.
Als Komponist war Menotti ein versierter Eklektiker mit einem untrüglichen Theatersinn, was ihm auch von seinen hartnäckigsten Kritikern nie abgesprochen wurde. Seine Spezialität waren Opern-Thriller und leichtfüßige Musikkomödien. Seine Tonsprache ist entschieden rückwärtsgewandt. Kantilenen in der Puccini-Nachfolge verbinden sich mit illustrierender, an Kino-Soundtracks orientierter Orchesterbegleitung. Und Menotti hatte beim Schreiben wohl auch die neuen Medien im Blick. «Die alte Jungfer und der Dieb» ist eine Auftragsarbeit für den Rundfunk, «Amahl» eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/CDs und DVDs, Seite 32
von Ekkehard Pluta
Das Ende des Trojanischen Krieges liegt schon einige Jahre zurück. Idomeneo, König von Kreta, hat längst abgedankt, Sohn Idamante hat die Geschäfte übernommen und mit Ilia einen hübschen Knaben gezeugt. Der glückliche Ausgang von Mozarts Musikdrama legt eine solche Fortsetzung nahe. Alles hat sich zum Besten entwickelt: Frieden zwischen den Völkern, Liebe unter den...
Wohl stammt die Forderung «Prima la musica» aus den Tagen der neapolitanischen Oper. Doch bei Opern-Recitals scheint sie immer noch en vogue, weil deren Zweck für die jeweiligen Sänger und die Schallplattenfirmen vor allem darin liegt, Stimmen quasi ins Schaufenster zu stellen. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – denn natürlich ist Oper Theater für und durch...
Zum zweiten Mal hat die Vlaamse Opera ihre (zum Teil schon länger bestehenden Kooperationen) mit freien Gruppen wie «Muziektheater Transparant» in Antwerpen, dem Musiktheaterkollektiv LOD in Gent und dem Veranstaltungszentrum De Singel in Antwerpen zu einem kleinen Festival zusammengefasst. Es sind überwiegend flämische und niederländische Künstler, die hier zu...
