Schaufenster, Hörbühne, Tango
Wohl stammt die Forderung «Prima la musica» aus den Tagen der neapolitanischen Oper. Doch bei Opern-Recitals scheint sie immer noch en vogue, weil deren Zweck für die jeweiligen Sänger und die Schallplattenfirmen vor allem darin liegt, Stimmen quasi ins Schaufenster zu stellen. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – denn natürlich ist Oper Theater für und durch Musik. Allerdings sollte Letztere der dramatischen Idee dienen und quasi die Charaktere erst zum Leben erwecken.
Also geht es auch auf der Hörbühne um das Schaffen von Figuren in dialektischem Bezug zur Musik, um ihre Psychologisierung. Es mag durchaus schwierig sein, dies in der Momentaufnahme einer einzigen Arie auf den Punkt zu bringen, doch gibt es erfreulicherweise Sänger, die auch in dieser Hinsicht nichts unversucht lassen.
Gelegentlich kann freilich eine sehr persönliche Stimmfarbe den Eindruck erwecken, ein Sänger singe alles ziemlich ähnlich – etwa bei Joseph Calleja. «The Maltese Tenor» (so auch der Titel seines neuen Solo-Albums bei Decca) ist ja in sehr frühem Alter ins Rampenlicht getreten und hat nach Informationen seiner Schallplattenfirma ein temporäres «Sabbatical» eingelegt, nicht aus stimmlichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 28
von Gerhard Persché
Zum zweiten Mal hat die Vlaamse Opera ihre (zum Teil schon länger bestehenden Kooperationen) mit freien Gruppen wie «Muziektheater Transparant» in Antwerpen, dem Musiktheaterkollektiv LOD in Gent und dem Veranstaltungszentrum De Singel in Antwerpen zu einem kleinen Festival zusammengefasst. Es sind überwiegend flämische und niederländische Künstler, die hier zu...
Man sollte es kaum glauben. Aber ausgerechnet das fest im Norden verwurzelte Stadttheater Bremerhaven blickt nicht nur auf eine ausgeprägte, zuletzt 2009 mit Donizettis «Lucrezia Borgia» bediente Belcanto-Tradition zurück, sondern hat sich in den letzten Jahrzehnten auch mit Aufführungen von Opern des jungen Verdi – unter anderem «Luisa Miller», «Die beiden...
Manaus gehört zu jenen romantisch verrotteten Belle-Époque-Perlen, die man sich schön sehen muss und kann. Die bunt gestrichenen Fassaden des Dritten Rokoko und ihre verspielten Stuckaturen, Patios, Fayence-Kacheln und Eisenbalustraden wettstreiten mit der barocken Vegetation und Vogelwelt. Die Amazonas-Metropole verdankte ihren märchenhaften Reichtum dem...
