Opera Americana
Als Team haben sie längst Operngeschichte geschrieben: Ähnlich wie beim Gespann Strauss/Hofmannsthal scheint auch zwischen Peter Sellars und John Adams jene Alchemie zu existieren, die die Grenzen zwischen Libretto und Komposition aufhebt und jedes Werk zum Produkt eines gemeinsamen schöpferischen Prozesses macht. Weder wären Sellars’ Texte ohne die Vorstellung von Adams’ Musiksprache denkbar, noch hätte sich diese vermutlich ohne den weltanschaulichen Nährboden ihrer Libretti so entwickeln können.
Und ähnlich wie bei Strauss/ Hofmannsthal beruht auch die Symbiose Adams/Sellars nicht bloß auf Sympathie, sondern auf gemeinsamen Grundüberzeugungen über den Sinn von Musiktheater, so verschieden die konkreten Ausprägungen auch sein mögen. Die beiden jüngsten Produkte aus der Werkstatt des US-amerikanischen Opernteams zeigen das besonders deutlich, gerade weil sie auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun zu haben scheinen.
Der erzählerische Realismus des 2005 uraufgeführten «Doctor Atomic» verhält sich zum ein Jahr jüngeren Märchenstück «A Flowering Tree» wie der «Rosenkavalier» zur «Frau ohne Schatten», und doch liegt beiden Werken letztlich der gleiche moralische Impuls zu ...
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Die Versöhnung findet in allerliebstem, allerkitschigstem Fis-Dur statt. «Ich werde dir nie mehr widersprechen, ich will dich auf Händen tragen», flötet die Frau Kapellmeister ihrem Gatten zu. Und nach ein paar sanft kräuselnden enharmonischen Verwechselungen fließt es weiter in der gleichen Tonart: «Du bist mein schöner, reiner, prachtvoller Mann!» Diesen schönen,...
Herr Pape, Sie haben als Knabe im Dresdner Kreuzchor oft vom Teufel singen müssen. Haben Sie als Kind auch an den Teufel geglaubt?
Ach wo, ich habe an den Teufel genauso wenig geglaubt wie an Gott. Der Teufel ist erst in mein Leben getreten, als ich ihn auf der Bühne dargestellt habe. Außerdem bevorzuge ich die Bezeichnung Mephisto. Das klingt nicht so negativ.
Ist...
Es gehört zum Job des Intendanten, die Werbetrommel zu rühren und im Rückblick ein bisschen zu verklären. «Wohl selten ist eine zeitgenössische Oper unter glücklicheren Umständen geboren worden», meinte Gustav Rudolf Sellner über die Uraufführung von «Der junge Lord» an der Deutschen Oper Berlin. 1965 fand die statt, und natürlich meinte Sellner die Umstände der...
