Ohne Worte
Sprachskepsis ist ein Grundmotiv der Moderne. Spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts brach sich das Misstrauen in die Zuverlässigkeit des Wortes und der Rede Bahn: In seinem berühmten «Tractatus logico-philosophicus» (1918) versuchte Ludwig Wittgenstein zwar noch, formale Bedingungen für den wahren Gebrauch der Sprache zu definieren, doch der letzte, bilanzierende Satz offenbarte schonungslos die Grenzen des Unternehmens: «Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
» Eine prophetische Devise, die bald nicht zuletzt in Literatur und Theater widerhallen sollte, exemplarisch im Werk Samuel Becketts. Der Witz, die Tragik und die Poesie dieses Œuvres gründen darin, dass Beckett die Spielregeln der Semantik außer Kraft setzt, das scheinbar Vertraute ins Sinnlose, Absurde, Groteske verkehrt, um seine Mittel später kontinuierlich zu reduzieren. Dass am Ende das Verstummen steht (eine leere Bühne ohne Darsteller, ohne Worte), liegt im Wesen der Sache: das Schweigen als letzte Konsequenz des unmöglich gewordenen «reinen» Sprechens.
Auch in der neueren, zumal experimentellen Musik werden kommunikative Mechanismen immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Die an den Rand des ...
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Selten wurde so viel Aufhebens um ein unartiges Kind gemacht: Für ihre konzertante Aufführung von Ravels dreiviertelstündigem Meisterwerk «L’Enfant et les Sortilèges» versammelten die Berliner Philharmoniker im November 2008 eine Sängerriege, mit der man eine ganze Serie von Galaabenden hätte bestreiten können. Auf dem Podium scharten sich Stars wie José Van Dam,...
Für Massenets «Don Quichotte» entwickelte Götz Friedrich in den siebziger Jahren ein Regiekonzept, das – vorgestellt in der Hamburgischen Staatsoper – auch heute noch trägt: Der Ritter von der traurigen Gestalt war bei ihm keine Figur des späten 16. Jahrhunderts, sondern ein Zeitgenosse des Komponisten, der in dem Wahn lebt, Don Quichotte zu sein. Ein doppelbödiges...
Selten wurde so viel Aufhebens um ein unartiges Kind gemacht: Für ihre konzertante Aufführung von Ravels dreiviertelstündigem Meisterwerk «L’Enfant et les Sortilèges» versammelten die Berliner Philharmoniker im November 2008 eine Sängerriege, mit der man eine ganze Serie von Galaabenden hätte bestreiten können. Auf dem Podium scharten sich Stars wie José Van Dam,...
