Mit Paukenschlag
Man gibt sich weltoffen an der Oper von Wuppertal – einer Stadt, in der ein Drittel der Bevölkerung von Migranten abstammt, Tendenz steigend. Im Saisonheft lächelt ein schwarzes Mädchen mit blauen Augen in die Kamera des Reportagefotografen Jens Großmann, eine Frau steht vor den Trümmern ihres sturmzerstörten Hauses auf den Philippinen, Erdbeben in Kaschmir, Spuren des Terrors in Liberia. Das alles hat mit dem Spielplan wenig zu tun und wirkt in seiner Gutmenschenhaltung von Kulturschaffenden auch aufgesetzt.
Aber der neue Intendant Berthold Schneider will auf keinen Fall die Fehler seines Vorgängers Toshiyuki Kamioka wiederholen. Der hatte in seiner kurzen Zeit als Chef von Oper und Sinfonieorchester das Musiktheater nach italienischem Vorbild als Serie populärer Erfolgsopern mit Gastsängern aufgezogen und dafür das Ensemble sowie einen Großteil des künstlerischen Teams an die Luft gesetzt. In einer Stadt, in der schon ein in der Substanz angegriffenes Schauspielhaus geschlossen werden musste, driftete nun auch die Oper in die künstlerische Beliebigkeit und havarierte nicht nur bei der Kritik, sondern vor allem beim Publikum – für Berthold Schneider das «Herz» jedes Opernbetriebs.
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Michael Struck-Schloen
Sichere Sache – so mag sich sagen, wer an Robert Carsen denkt. Dass es damit etwas auf sich hat, erweist der Beginn von Claudio Monteverdis «Orfeo», für dessen Inszenierung der kanadische Regisseur an die Oper Lausanne zurückgekehrt ist: an jenes Haus, an dem er vor drei Jahrzehnten seine erste Produktion im Musiktheater herausgebracht hat. Weit offen hält Radu...
Immer noch verbergen im Foyer der Londoner Royal Opera provisorische Wände Bauarbeiten: Bis Anfang 2018 werden unter anderem der Eingangsbereich, das Treppenhaus und das Linbury Studio überholt. Stehen auch inhaltlich Umbauten an? Inzwischen gab das Haus bekannt, wer 2017 die Nachfolge von Operndirektor Kasper Holten antritt: Den Posten übernimmt Oliver Mears....
Als Juan Diego Flórez 1996, damals 23 Jahre alt, zum ersten Mal in die Rossini-Stadt kam, konnte er gleich eine Katapultchance nutzen. Der für Partie des Corradino in «Mathilde di Shabran» vorgesehene Bruce Ford war ausgefallen, der junge Peruaner erlernte in kürzester Zeit den mit virtuosen Höchstschwierigkeiten gespickten Part. Seither ist er immer wieder...
