Auf dem Atem
Immer noch verbergen im Foyer der Londoner Royal Opera provisorische Wände Bauarbeiten: Bis Anfang 2018 werden unter anderem der Eingangsbereich, das Treppenhaus und das Linbury Studio überholt. Stehen auch inhaltlich Umbauten an? Inzwischen gab das Haus bekannt, wer 2017 die Nachfolge von Operndirektor Kasper Holten antritt: Den Posten übernimmt Oliver Mears.
Der 37-Jährige leitet derzeit die erst 2010 gegründete Northern Ireland Opera in Belfast; in London hat er sich mit Second Movement einen Namen gemacht, einem Off-Musiktheater, das sich entlegenem Repertoire und unkonventionellen Aufführungsformen widmet. Eskapistischer Kunstkonsum ist Mears fremd, der schöne Schein interessiert ihn wenig. In der Vergangenheit hat er sich für englischsprachige Textfassungen eingesetzt, gegen historische Kostüme ausgesprochen. Sein Profil klingt wie maßgeschneidert – für die English National Opera. Als man dort kürzlich einen neuen künstlerischen Chef suchte, schied er – angeblich – als zu unerfahren aus. In Anbetracht der Ernennung des 39-jährigen Daniel Kramer scheint ein solcher Einwand kaum belastbar. Fest steht aber: Die Royal Opera ist ein anderes Kaliber als alles, womit Mears bisher ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Wiebke Roloff
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