Killerspiel
Der «Ring»-Zyklus der Vlaamse Opera geht auf die Zielgerade zu. Und im Verlauf der dritten Etappe, im «Siegfried», ist nun deutlich geworden, dass Wagners Götter- und Menschensaga hier ganz im Bann der Cyber-Ära steht. Zur Erinnerung: Das «Rheingold» spielt in einer Server-Zentrale, der Schatz selbst ist ein Superchip. Wotan leitet eine Computerfirma, die wie Bill Gates die virtuelle Welt beherrscht. Auf der Verliererseite finden sich die Wälsungen, sie fristen – wie andere Ausgestoßene – ihr Dasein in einer U-Bahn-Röhre.
Oben und unten sind klar getrennt, wie in Wagners Zeiten.
Auch Siegfried gehört zu den Opfern dieser gnadenlosen, indifferenten Profitgesellschaft. Mime, sein liebloser Ziehvater, handelt mit gebrauchten, vermutlich gestohlenen PC-Teilen. Siegfried schlägt die Zeit in Chatrooms tot, lernt dort die Techniken der Gewaltanwendung kennen, verliert nach und nach den Sinn für die Wirklichkeit. Mord und Totschlag sind für ihn ganz normal. Einmal richtet er den Lauf seiner Kalaschnikov auf eine Webcam – eine Drohgebärde, die sich auf zahlreichen Bühnenmonitoren vervielfacht. Auch auf Mimes Schirm taucht sie auf – und erschreckt ihn zu Tode. Es ist, als ob der junge ...
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Wenn man einmal seinen Fuß da reinsetzt, dann muss man das machen. Ich habe mich lange gesträubt, einen solchen Vertrag zu unterschreiben, ich hatte schon öfters Gespräche, wollte es aber nie, wollte meine Projekte machen,...
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