Karthago liegt gegenüber
Marseille will das städtische Kulturleben verstärkt auf Fragen und Themen des Mittelmeerraums ausrichten. Die Orientierung am mediterranen Raum dürfte auch das Programm der «Europäischen Kulturhauptstadt» prägen – 2013 wird die südfranzösische Metropole den Titel gemeinsam mit dem slowakischen Kosice tragen. Schon jetzt stimmt man sich auf die Aufgabe ein: Das Opernhaus erinnert an den bevorstehenden 100. Todestag des in Marseille geborenen Komponisten Ernest Reyer.
Unter der engagierten Leitung von Lawrence Foster präsentiert es dessen bedeutendste musikdramatische Arbeit: «Salammbô».
Das Libretto der fünfaktigen Oper basiert auf Gustave Flauberts gleichnamigem Roman von 1862. Nach der Empörung, die «Madame Bovary» ausgelöst hatte, wollte der Romancier hier orientalische Reiseerfahrungen verarbeiten, zugleich das ihn umgebende Pariser Milieu aufs Korn nehmen. In glühenden Farben skizzierte er Bilder von den Begierden und den Leiden eines mediterranen Völkergemischs zur Zeit der Punischen Kriege. Aus dem Personal ragen der Söldnerführer Mâthò und die Tanit-Priesterin Salammbô hervor, die Tochter des Regenten Hamilkar (diese Rolle wird an der Opéra Marseille vom Routinier ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Turmhohe Silberhaarperücke, Ballgarderobe, freundliches Lächeln. So stellte man sich Händels Alcina vor, als Joan Sutherland die Rolle mit ihrem Gatten Richard Bonynge am Pult des London Symphony Orchestra auf Schallplatte verewigte. Ein halbes Leben liegt das nun schon zurück, doch noch immer schaut die Alcina der Grand Old Lady des Koloraturgesangs voll...
Die Opernhäuser Deutschlands sind mit zunehmenden Herausforderungen und Bedrohungen konfrontiert. In einer Zeit knapper Kassen wächst der Legitimationszwang. Der traditionelle Repertoirebetrieb, festangestellte Ensembles und Orchester, machen die Opernlandschaft Deutschlands zu einer aufwändigen Sache. Weltweit gibt es nichts Vergleichbares. Zunehmend wird Oper...
Ihren größten Trumpf spart sich Joyce DiDonato ganz bis zum Schluss auf: Mit Dejaniras Wahnsinnszene «Where shall I fly» aus dem Oratorium «Hercules» schließt sie ihr erstes Solorecital bei Virgin ab. Eine kluge Entscheidung, denn in dieser Partie ist die Amerikanerin tatsächlich konkurrenzlos: Dass die gattenmordende Königin nach ihrer eigenen Einschätzung der...
