Karthago liegt gegenüber

Marseille, Reyer: Salammbô

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Marseille will das städtische Kulturleben verstärkt auf Fragen und Themen des Mittelmeerraums ausrichten. Die Orientierung am mediterranen Raum dürfte auch das Programm der «Europäischen Kulturhauptstadt» prägen – 2013 wird die südfranzösische Metropole den Titel gemeinsam mit dem slowakischen Kosice tragen. Schon jetzt stimmt man sich auf die Aufgabe ein: Das Opernhaus erinnert an den bevorstehenden 100. Todestag des in Marseille geborenen Komponis­ten Ernest Reyer.

Unter der engagierten Leitung von Lawrence Foster präsentiert es dessen bedeutendste musikdramatische Arbeit: «Salammbô».
Das Libretto der fünfaktigen Oper basiert auf Gus­tave Flauberts gleichnamigem Roman von 1862. Nach der Empörung, die «Madame Bovary» ausgelöst hatte, wollte der Romancier hier orientalische Reise­erfahrungen verarbeiten, zugleich das ihn umgebende Pariser Milieu aufs Korn nehmen. In glühenden Farben skizzierte er Bilder von den Begierden und den Leiden eines mediterranen Völkergemischs zur Zeit der Punischen Kriege. Aus dem Personal ragen der Söldnerführer Mâthò und die Tanit-Priesterin Salammbô hervor, die Tochter des Regenten Hamilkar (diese Rolle wird an der Opéra Marseille vom Routinier ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Frieder Reininghaus

Vergriffen
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