Jenseits von Afrika

Franck: Hulda
Freiburg | Theater

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Der Name klingt nicht nach Afrika. César Francks «Hulda» spielt im frühmittelalterlichen Norwegen, zur Zeit der kriegerischen Sippen. Der belgisch-französische Komponist hatte für sein Opernprojekt das erfolgreiche Drama «Halte-Hulda» des späteren Literatur-Nobelpreisträgers Bjørnstjerne Bjørnson ausgewählt. Mit der Psychologie der Vorlage vermochte das Libretto Charles Grandmougins allerdings kaum Schritt zu halten – womöglich ein Grund dafür, dass die Oper nach der verstümmelten Uraufführung 1894 in Monte Carlo gleich in der Versenkung verschwand.

Franck war zu diesem Zeitpunkt schon über drei Jahre tot.

Am Theater Freiburg, wo sich Generalmusikdirektor Fabrice Bollon seit Jahren für eine Edition der Partitur stark gemacht hat, gelangte «Hulda» nun postum doch noch zu einer vollständigen Aufführung. Dass die Handlung den Kontinent wechselt, dass die verschleppte, gedemütigte Frau nun im Kongo der Clans, Warlords und Postkolonialisten auf Rache sinnen muss, sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Eine solche Form der Aktualisierung ist im Theater Tilman Knabes indes nicht ungewöhnlich und gilt auch für die Brutalität vieler Szenen. Da wird geballert, gekämpft, werden Frauen ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Alexander Dick

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