Höllensturz
In früheren Opernzeiten diskutierte man über das Verhältnis von Wort und Ton in der Oper «Capriccio» von Richard Strauss, und Clemens Krauss darf in diesem ästhetischen Streit als genialisches Schlusswort gelten. In der Gegenwart müssen sich Wort und Ton immer mehr verbünden: Der Gegner, mit dem um die Vorherrschaft gerungen wird, heißt Video. Das Geflimmere auf den Bildschirmen überflutet oft Musik, Sänger und die eigentliche Geschichte, die erzählt werden sollte. Beispiele: Bill Violas und Peter Sellars’ «Tristan» in Paris, William Kentridges Brüsseler «Zauberflöte».
Natürlich kommt es letztlich auf die dramaturgisch begründete Einbeziehung des Filmisch-Optischen in das vorgegebene Opernwerk an.
Insofern möchte man der Inszenierung Guy Cassiers von Wagners «Fliegendem Holländer» an der Brüsseler Oper den Status eines weiteren Versuchs zubilligen, die Video-Ästhetik mit der Ästhetik einer vorliegenden Oper zu verbinden. Von Guy Cassiers kennt man hierzulande von den Ruhrfestspielen eine ausgezeichnete, sehr dichte Inszenierung von Kris Defoorts «Woman Who Walked into Doors». Natürlich ist das noch keine Qualifikation für eine Wagner-Oper. Oder doch? Die Projektionsästhetik bei ...
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Herr Ainsley, Sie singen Monteverdi, Henze und Mozart, Lied, Oratorium und Oper. Gibt es auch etwas, was Sie nicht singen?
Ja, natürlich. Rossini interessiert mich einfach nicht, obwohl Rollen wie der Graf Almaviva eigentlich gut zu meiner schnellen Stimme passen würden. Aber für mich liegt das Problem im Charakter dieser Rollen: Das sind, wenn man von den späteren...
Heinrich Heine, am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren, am 17. Februar 1856 zu Paris gestorben. Neben Goethe vermutlich Deutschlands populärster Dichter. Zu Lebzeiten ein gefürchtetes Lästermaul und ein begnadeter Poet. Die Zahl der Vertonungen, die auf seine Texte zurückgehen, streift die Zehntausender-Marke. Er war für die Komponisten jedoch nicht nur...
Ein Kommunikationsgenie wie den britischen Dirigenten Simon Rattle hat es in der klassischen Musikhemisphäre wohl seit den Tagen Lenny Bernsteins nicht mehr gegeben. Dass Rattle (nicht erst als Nachfolger Claudio Abbados am Chefpult der Berliner Philharmoniker) zu den Top Ten der stabführenden Zunft aufschoss, ist nicht nur auf sein stets frisch wirkendes...
