Hochtourig
Die Statistik ist dürftig. Fünf Produktionen in den vergangenen elf Jahren, die letzte anno 2008 in Kaiserslautern, das kontrastiert krass zur einstigen Bedeutung. Mit rund 700 Aufführungen rangierte «Jonny spielt auf» in den Zwanziger- bis Vierzigerjahren auf der Hitliste ganz oben. Bis die Nationalsozialisten Ernst Krenek zur «Entarteten Musik» zählten. Und sie ließen, das ist die obszönste Pointe, ein berühmtes Plakat entwerfen für die gleichnamige Ausstellung, das eine Hass-Karikatur auf Kreneks Erfolgsopus zeigt.
Nach dem Krieg dann die sich wiederholende Geschichte.
Wer den «Jonny» erlebt, ist begeistert, Konsequenzen hat das allerdings kaum. Vielleicht auch, weil Kreneks Zweiakter durch viele Raster fällt (Musical? Jazz-Operette? Revue?) und Avantgardisten verdächtig blieb: Tiefenbohrungen hatte der Österreicher nicht beabsichtigt. «Alles, was geschieht, bedeutet nichts weiter als das, was man zu sehen bekommt», erläuterte Krenek ironisch.
Das ist wohl das größte Verdienst dieser Wiederbelebung am Landestheater Salzburg. Regisseur Andreas Gergen lässt dort den «Jonny» so, wie er ist. Eine hochtourige Unterhaltung, in der vieles mitschwingt. Aber eben subkutan und nicht als ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Markus Thiel
Der Spielzeughersteller Lego beweist wieder einmal, dass er auf der Höhe der Zeit ist. Heute stellte das dänische Unternehmen eine [...] neue Serie vor. Unter dem Titel ‹Gescheiterte deutsche Großprojekte› können bald auch Kinder vergeblich versuchen, den Berliner Großflughafen BER, den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 sowie die Hamburger Elbphilharmonie zu...
Frau Scotto, auf der Bühne haben Sie es immer verstanden, mit Ihrem Publikum zu spielen, es in den Bann zu ziehen, ja geradezu zu dominieren. War das Absicht?
Ja, ich muss zugeben, das ist genau das, was ich wollte. Um einen Charakter glaubhaft zu machen, muss man das Publikum packen. Man muss verführen! Ich konnte das immer schon. Ich war darin ein Naturtalent.
Na...
Nicht «drei Tenöre», sondern «fünf Countertenöre»! Beflügelt vom Erfolg der in dieser Hinsicht reich gesegneten Aufnahme von Leonardo Vincis «Artaserse» herrscht auf dem Plattenmarkt derzeit eine wahre Falsettisten-Schwemme. Was ja kein Grund zur Klage ist. Nachdem sich Philippe Jaroussky, Franco Fagioli und David Hansen mit Arien von Nicola Porpora, Leonardo Leo,...
