Editorial Februar
Der Spielzeughersteller Lego beweist wieder einmal, dass er auf der Höhe der Zeit ist. Heute stellte das dänische Unternehmen eine [...] neue Serie vor. Unter dem Titel ‹Gescheiterte deutsche Großprojekte› können bald auch Kinder vergeblich versuchen, den Berliner Großflughafen BER, den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 sowie die Hamburger Elbphilharmonie zu bauen», lautete eine Scherzmeldung des beliebten Online-Satire-Magazins «Der Postillon». Das war vor einem Jahr. Das Thema ist heute noch genauso aktuell – und wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben.
Großbaustellen liefern Stoff für Party-Smalltalk und Kabarett-Abende. Kurz: Sie haben enormen Unterhaltungswert. Wären sie bloß nicht gar so teuer!
Ein Bausatz «Staatsoper Unter den Linden» Berlin gehörte natürlich auch in die Lego-Serie. Aus rund 240 Millionen Euro für die Sanierung des Knobelsdorff-Baus sind rund 300 Millionen geworden, und dabei wird es nicht bleiben. Eigentlich hätte das Haus ab Herbst 2013 wieder bespielt werden sollen, inzwischen will Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lieber keine konkreten Prognosen mehr abgeben. Auf der Großbaustelle Berlin nimmt man das längst achselzuckend hin. Als ginge es gar ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
Die Künstleragenturen waren zunächst perplex, als Dirk Löschner, der Intendant des Theaters Vorpommern, für seine Inszenierung von Richard Wagners Schwanenrittermär einen «asiatischen Lohengrin» suchte. Er hat ihn aber bekommen: Der Koreaner Junghwan Choi meisterte die Premiere in Stralsund mit einem ebenso kräftigen wie überaus klangschönen Tenor. Bei Löschner...
Bravsein ist kein Vergnügen. So jedenfalls empfinden es Wendy (Yuko Kakuta), John (Daniel Kluge) und Michael (Josefin Feiler), die Kinder der Familie Darling, im keimfreien Ikea-Schlafzimmer, das Duncan Hayler (von dem auch die fantasievollen Kostüme stammen) mit liebevoller Ironie auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses gestellt hat. Dort spielen sie unter der...
Der erste Eindruck: Da hat einer ganz genau hingeschaut. Aus nächster Nähe. An jedem Augenaufschlag, jedem Tonfall, jedem Fingerzeig gefeilt, bis nichts mehr zu sehen war von der Anstrengung, der Konzentration, ohne die es keine Wahrhaftigkeit gibt im Spiel auf der Bühne. Und: Da hat einer ganz genau hingehört. Sich tief in die Noten versenkt. In das Farbflimmern,...
