Frühling auf französisch
Aufgrund welcher Verkettungen und Missionen die «Decca» – opernaktiv sonst nur im Bereich Alter Musik und für Cecilia Bartoli – bei «L’Aiglon» sogar ein Label-Debüt von Operndirigent Kent Nagano arrangierte, gibt Rätsel auf. Man könnte es als Naganos Operetten-Debüt betrachten: «L’Aiglon», komponiert 1937 als Gemeinschaftsarbeit von Arthur Honegger und Jacques Ibert, ähnelt durchaus historisch ausgeschmückten Operetten à la «Madame Pompadour» oder «Die Dubarry» – hier mit obligatem Tanzgastspiel von Fanny Elssler.
Hinter dem jungen Adler (Aiglon) verbirgt sich der juvenile Napoléon II., also Napoleon Franz Bonaparte, legitimer Thronfolger aus der zweiten Ehe des Imperators mit Marie-Louise von Österreich. Den Herzog von Reichstadt porträtierte schon das zugrundeliegende, höchst erfolgreiche Drama von Edmond Rostand, das es nach der Premiere (1900, mit Sarah Bernhardt in der männlichen Titelrolle) bis an den Broadway schaffte. In Frankreich erinnern sich die Theater immer noch gelegentlich daran.
Die Vertonung des Stoffs kann als weitgehend vergessen gelten. Ein «Großer Querschnitt» auf Vinyl (von 1956) lässt sich kaum noch verifizieren. Über die Art ihrer Zusammenarbeit replizierten ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 29
von Kai Luehrs-Kaiser
Ein zerstreuter Flaneur könnte es glatt übersehen, das Konserthus am Götaplatsen. Wie das vis-à-vis gelegene Stadsteater kauert der Bau im Schatten des stirnseitig auf einem Plateau thronenden Konstmuseums. Die Vorzüge des von dem schwedischen Architekten Nils Einar Eriksson entworfenen, 1935 eröffneten Quaders finden sich im Inneren. Alles kündet hier von einer...
Das Opus um einen vermeintlich mit Sehergaben ausgestatteten Vogel ist kurz nach der ersten russischen Revolution 1905 entstanden und gilt als scharfe politische Satire auf das zaristische Herrschaftssystem. Freilich geht die Oper, die Rimsky-Korsakow nach einem Märchen von Alexander Puschkin komponierte, kaum als Zeugnis einer revolutionären Gesinnung durch. «Der...
Seit Uwe Eric Laufenberg am Staatstheater Wiesbaden den Ton angibt, ist Ingo Kerkhof dort ein begehrter Mann. In der aktuellen Saison stehen allein drei Musiktheaterproduktionen des Berliner Regisseurs auf dem Spielplan: Glucks «Orfeo et Euridice» (als Wiederaufnahme), das jüngste Bühnenstück von Helmuth Oehring (siehe oben) und Händels «Alcina». Wobei er der 1735...
