Fetzig, filigran, ohne Zicken
Das Strauss-Jahr 2014 beschert der «Frau ohne Schatten» einen regelrechten Boom. Auch kleinere Häuser trauen sich an das komplexe Werk, das eine fähige Besetzung und ein gut disponiertes großes Orchester braucht.
In Saarbrücken dokumentiert der scheidende GMD Toshiyuki Kamioka eindrücklich, warum er sich als Abschiedsproduktion gerade diese Märchenoper gewünscht hat. Der Japaner ist ein Meister blühender Orchesterfarben, mit denen er die Welten der Geister und Menschen beschreibt.
Mit Wucht entfesselt er die Elemente, um dann, wenn er die Geschichten der Figuren erzählt, auf Sensibilität und Finesse umzuschalten.
Das Saarländische Staatsorchester fächert ein breites Ausdrucksspektrum auf, von fetzig bis filigran, es deckt die Stimmen nicht zu, überwältigt dennoch passagenweise auch mit schierer Kraft. Die Instrumentalsoli (Violine und Cello!) berühren, die Tempi sind geschmeidig. Und Saarbrücken spielt die komplette Oper ohne Striche. Die Plastizität und Erzählkraft der Musik kommt umso stärker zur Geltung, als die szenische Deutung Tiefenschärfe vermissen lässt. Der Regisseur und Bühnenbildner Dominik Neuner hat ein graues Einheitsambiente geschaffen, mit einem angedeuteten ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Dieter Lintz
Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.
Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der...
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