Fest der Stimmen
Giacomo Meyerbeers Opern scheinen zögernd zwar, aber kontinuierlich den Weg ins Repertoire zurückzufinden. Nach der «Margherita d’Anjou» auf CD (Opera rara) und konzertant in Leipzig, nach der «Africaine» in Straßburg und den «Huguenots» in Metz, noch vor der «Semiramide riconosciuta» in Bad Wildbad, brachte das kleine Opernhaus im belgischen Liège eine bemerkenswerte Produktion der «Huguenots» heraus. Dieses Meisterwerk der französischen Grand Opéra hat zweifellos deutliche Spuren bei zahlreichen Opernkomponisten der Folgegeneration hinterlassen.
Auch «Les Huguenots» freilich enthält Szenen, die dem Zeitgeschmack geschuldet sind und heute als «gefährliche Längen» gelten, auch wenn sie Teil des epischen Konzeptes der Gattung sind. Liège entschloss sich zu zahlreichen Kürzungen, konzentrierte das Werk ganz auf die Haupthandlung.
Auf aktuelle politische Aspekte des Werks wie sie John Dew an der Deutschen Oper Berlin oder Arnaud Bernard in seiner nahezu ungekürzten Inszenierung 2002 in Martina Franca (siehe OW 11/2002) herausarbeitete verzichtete Regisseur Robert Fortune zu Gunsten einer konsequent im historischen Ambiente angesiedelten, stilvoll und klar erzählten Geschichte, die ...
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Im Juli 1883 unternahm der dreiundzwanzigjährige Gustav Mahler eine Pilgerreise nach Bayreuth, wo er tief bewegt dem «Parsifal» beiwohnte. «Als ich, keines Wortes mächtig, aus dem Festspielhaus hinaustrat», schrieb er an Fritz Löhr, «da wußte ich, daß mir das Größte, Schmerzlichste aufgegangen war, und daß ich es unentweiht mit mir durch mein Leben tragen werde.»...
Detlef Altenbeck, der streitbare Oberspielleiter am Landestheater, hat diesmal alles richtig gemacht. Seine Textfassung der fast einhundertachtzig Jahre alten Opera buffa und seine ins Coburger Hier und Heute versetzte Inszenierung haben so viel Drive, Witz und Hintersinn, dass es leicht fällt, dieser Produktion Kultstatus zu prophezeien. Das Programmheft...
Händels «Theodora» und Verdis «Falstaff», Berlioz‘ «Bérénice et Bénédict» und Monteverdis «Poppea» – und zum Ende der Saison noch Alban Bergs «Lulu» und Jean-Philippe Rameaus «Les Boréades»: lauter letzte oder späte Werke – eine wahrlich originelle Dramaturgie. Die Straßburg-Mulhouse-Colmarer Opéra national du Rhin kam darauf. Und keineswegs unoriginell auch das...
