Faule Eier
Sind wir nicht alle ein bisschen Wagner? Nikolaus Barton erscheint, in strahlendes Weiß gekleidet, auf der Bühne der Flämischen Oper, und alle Begleiter wissen, um wen es sich bei ihm handelt. Warum sich vorstellen? Wagner, na klar. Sich mit elegant gewandeten Komponisten identifizierend, fallen alle einander in die Arme. Um erschrocken zu erstarren, kaum dass der Name Nietzsches fällt. Gustav Koenigs verkörpert ihn, ein Alter Ego, das der Konkurrenz nicht gewachsen ist.
«Tragedy of a Friendship» nennt sich die Koproduktion von Vlaamse Opera und Troubleyn/ Jan Fabre, an der sich Concertgebouw Brugge, Théâtre de la Ville Paris, die Opéra de Lille sowie das Geneva Wagner und das Holland Festival spielend angeschlossen haben: keine Oper, wie der beteiligte Komponist Moritz Eggert in seinem immer wieder ergötzlichen «Bad Block of Musick» ausdrücklich betont, sondern eine Art kritisches Gesamtkunstwerk, das Wagner zwar nicht unbedingt den Garaus macht, sein Œuvre aber durchaus erheiternd hinterfragt. Von den «Feen»
(d. h. «Die Schlange») bis hin zum «Parsifal» (mit dem Untertitel «Der Tod der Musik») bleibt kein Werk vor dem Zugriff verschont, und Jan Fabre inszeniert den ganzen Wagner ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Hartmut Regitz
Strauss’ «Capriccio»: verkanntes Alterswerk oder dramaturgisches Monstrum? Die Antwort hängt von der Tagesform ab. Zweieinhalb Stunden lang wärmen eine Gräfin und ein Graf, ein Theaterdirektor, ein Musiker, ein Dichter und eine Schauspielerin die alte Polemik auf: «prima la musica» oder «prima le parole»? Sie wollen Musik und Text fruchtbar zu einer Oper verweben....
Luca Pisaroni
Lange war er der Leporello vom Dienst. Dabei reicht das Repertoire des italienischen Bassbaritons Luca Pisaroni von Händel bis zu Strawinsky. In der neuen «Così» bei den Salzburger Festspielen wird er die Partie des Guglielmo singen. Höchste Zeit für ein Gespräch.
100 Jahre Verona
Seit 1913 wird in der antiken Arena di Verona Oper gespielt. Zum...
Wenzel Strapinski kann es gar nicht fassen: Die Bewohner des Städtchens Goldach halten ihn tatsächlich für einen Grafen! Dabei ist er doch nur ein armes Schneiderlein. Sicher, er trägt einen edlen Mantel – doch der ist sein einziger Besitz, eine wärmende Werbefläche gewissermaßen, Vorzeigeobjekt seiner Handwerkskunst mit Nadel und Faden. Das Theater Vorpommern...
