Exilanten des Betriebs
Im November 1989 feierte Christfried Schmidt. Nein, nicht weil die Mauer fiel. Obwohl er nichts dagegen hatte; er begrüßte die sogenannte Wende durchaus. Kaum ein Komponist nämlich dürfte den schikanösen Doppelsinn des Vermerks «Wohnhaft in der DDR» schmerzhafter erfahren haben als er. Jahrelang wurde seine Musik daheim nicht gespielt; seine Aufnahme in den Komponistenverband zog sich zäh hin. Die ersten Uraufführungen hatte er 1970 in Tokio und 1971 in Nürnberg, ohne dass er dabeisein durfte.
Aber von seinen Kollegen, die längst in den Westen gereist waren, von Friedrich Goldmann oder Paul-Heinz Dittrich, erfuhr er auch, warum sie immer wieder zurückkamen in ihr enges, muffiges Land: «Die haben gemerkt, wie hart das ist, im Westen Aufführungen zu bekommen, wie man da Klinken putzen muss bei Intendanten, Rundfunkredakteuren und Orchesterdirektoren. In der DDR war das einfacher; da wurden sie gespielt.»
Im November 1989 feierte Christfried Schmidt in Berlin-Prenzlauer Berg, weil endlich seine Oper fertig war: «Das Herz», nach einer Novelle von Heinrich Mann. Drei Jahre hatte er daran gearbeitet. Mitte der 80er-Jahre war er auf den zwölfseitigen Prosatext gestoßen, den Heinrich Mann ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Jan Brachmann
ARD-ALPHA
2.11. – 20.15 Uhr
Im Schatten des Sängers?
Porträt des Klavierbegleiters Helmut Deutsch.
9.11. – 11.00 Uhr (1)
16.11. – 11.00 Uhr (2)
16.11. – 20.15 Uhr (3)
23.11. – 11.00 Uhr (4)
30.11. – 11.00 Uhr (5)
Mariss Jansons dirigiert
1. Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 e-moll, op. 93. 2. Berg und Bruckner. Solist: Gil Shaham, Violine. 3. Brahms: Ein deutsches Requiem....
Die Suche nach verborgenen Schätzen der Musikgeschichte führte Cecilia Bartoli dieses Mal nach Sankt Petersburg. Dass westeuropäische Musiker seit den 1730er-Jahren am Zarenhof tätig waren und Opern nach italienischem Modell aufführten, ist seit Langem bekannt. Gehört hat diese Musik bisher wohl kaum jemand, nicht zuletzt aufgrund der desolaten Quellenlage: Die...
Sie wütet und weint, kämpft und klagt. Hin- und hergerissen zwischen Hass und Liebe ist diese Zauberin. Ihr schlimmster Feind, der Kreuzritter Renaud, wird zu ihrem Liebhaber, der sie am Ende wieder verlässt. Gluck verleiht der Titelfigur seiner Oper «Armide» große emotionale Tiefe. Miriam Clark kostet mit ihrem beweglichen, runden Sopran jede Nuance dieses...
