Exemplarisch
Wohl kaum ein Komponist hat sein Œuvre so auf seinen Lebenspartner zugeschnitten wie Benjamin Britten, obwohl man Peter Pears – wie Humphrey Carpenter in seiner Britten-Biografie bemerkt – zunächst eine künstlerische Zukunft kaum zutraute. «Ich konnte ihn mir weder als Opern-, noch als Liedsänger vorstellen», meinte der Dirigent Trevor Harvey. Doch Lord Harewood, der legendäre Förderer der englischen Musikszene, schrieb, Britten habe «Imagination und Sensitivität in Peter Pears’ Singen und Attitüde gesucht und gefunden, und daraus genommen, was er für seine Musik brauchte...
» Dank seines feinen künstlerischen Instinkts konnte Pears, der gesangstechnisch keineswegs perfekt war, einen ganz eigenen Stil kreieren und beeinflusste damit unzweifelhaft die englische Tenor-Schule der letzten Jahrzehnte.
Auch Ian Bostridge natürlich, der sich indes mehr als andere seiner englischen Kollegen ein durchaus eigenes Profil zurechtlegen konnte. Trotz seines eher «weißen» Timbres ist er beim Hören sofort erkennbar, zudem ist es die hohe Intelligenz seiner Interpretationen, die ihn heraushebt. Das Werk Brittens blieb stets – beim Liedgesang vielleicht neben jenem Schuberts – die Mitte seiner ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen:CD des Monat, Seite 25
von Gerhard Persché
Wie war das noch mal in Philipp Himmelmanns Baden-Badener «Così fan tutte»-Inszenierung? Da stand Despina in der ersten Szene unter einem blühenden Baum – und pflückte einen Apfel. Mitten im Frühling lockten Versuchung und Erkenntnis zugleich – und gerade dort verortete der Regisseur die letzte der drei Da-Ponte-Opern. Der kleine Zyklus sollte folgerichtig im...
Diese Schrecksekunde hat schon jeder Opernfreund erlebt: Wenn einer am Anfang vor den Vorhang tritt, wird meist eine Umbesetzung oder die Indisposition eines Sängers annonciert. In der zweiten Vorstellung von «Tristan und Isolde» waren aber weder Tenor noch Sopran unpässlich, vielmehr ein Bratscher und ein Cellist kurzfristig krank geworden. Da wurde man einmal...
Puccinis Triptychon aus «Il tabarro», «Suor Angelica» und «Gianni Schicchi» ist kein «Ring des Nibelungen» mit eng verklammerten musikalischen Strukturen und dramaturgisch einheitlichem, weltdeutendem Zugriff. Musikforscher und Regisseure tun sich deshalb schwer, die unterschiedlichen Einakter überhaupt als drei Flügel eines Bildes zu begreifen – zumal auch...
