Wiedergutmachung
Diese Schrecksekunde hat schon jeder Opernfreund erlebt: Wenn einer am Anfang vor den Vorhang tritt, wird meist eine Umbesetzung oder die Indisposition eines Sängers annonciert. In der zweiten Vorstellung von «Tristan und Isolde» waren aber weder Tenor noch Sopran unpässlich, vielmehr ein Bratscher und ein Cellist kurzfristig krank geworden. Da wurde man einmal daran erinnert, dass das Orchester in der Oper – besonders bei Wagner – auch eine Hauptrolle spielt. Und in einer vergleichsweise kleinen Formation wie der Magdeburgischen Philharmonie zählt tatsächlich jede Stimme.
Es lag allerdings nicht an den Ausfällen, dass das Vorspiel etwas spannungslos geriet. Auch in der Folge wirkte Kimbo Ishii-Etos Dirigat eher sachlich. Doch nach und nach erwies sich der Verzicht auf Klangrausch als großer Vorteil, das Orchester wusste beredt zu erzählen und die Szene zu unterstützen, das «Kammerspiel», welches Regisseur Stephen Lawless im Sinn hatte, konnte tatsächlich stattfinden. Die variable Einheitsszenerie von Frank Philipp Schlößmann – eine holzvertäfelte Schiffskajüte, durch deren Mitte ein Riss geht, der sich schließt, sobald die Liebenden sich finden – bietet einen optisch sinnfälligen ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Ekkehard Pluta
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Christoph Marthaler in Wien. Dem Schweizer Musik-Theater-Schamanen immer wieder ein Forum gegeben zu haben, ist das Verdienst von Festwochen-Intendant Luc Bondy, dessen 15-jährige Ära (ab 1998 als Schauspieldirektor, ab 2002 als Intendant) nun zu Ende ging. Man erinnert sich an magische Marthaler-Abende, vor allem an «Schutz vor der Zukunft» (2005) im...
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