Erschöpfte Rächerin, malender Färber
Ein Opernhaus, das mehr als hundert Musiker sein Eigen nennt, greift gern zu Werken, die den vollen Klangapparat fordern. Auch die Dirigenten möchten von Zeit zu Zeit einmal als musikalische Feldherren vor dem Orchester stehen. Dann setzen sie bevorzugt Werke von Richard Strauss an. So wie jetzt in Paris und Brüssel. An der Bastille-Oper dirigierte Christoph von Dohnányi die «Elektra», an der Brüsseler Nationaloper Kazushi Ono «Die Frau ohne Schatten».
In beiden Aufführungen gingen von der musikalischen Interpretation die bestimmenden Eindrücke aus, während die szenischen Realisierungen eher zwiespältig blieben.
Für die «Elektra» an der Opéra Bastille hatte Gerard Mortier als Regisseur den Bochumer, demnächst Zürcher Schauspielintendanten Matthias Hartmann verpflichten können. Schauspielregisseure wandern bekanntlich gern mit alten Stücken in die Gegenwart aus. Dann erblickt man im Palast des Agamemnon zu Mykene einen gläsernen, leicht beschlagenen Container, der sich alsbald als Waschsalon entpuppt, mit Waschmaschinen und Trockenschleudern, die vom weiblichen Hauspersonal, früher Mägde genannt, in zeitgenössichen Kaufhaus-Outfits (eine neue Billig- Mode der Vergegenwärtigung in ...
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