Prokofjew: L'Amour des trois Oranges
Das häufige Erscheinen in den Spielplänen und die Beliebtheit von Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» beweist, wie groß das Bedürfnis nach Opernheiterkeit ist. Diesem Verlangen kommt das Stück in vier Akten und zehn Bildern nebst Prolog perfekt nach. Buffawitz, Ironie, turbulente Vorgänge, Tempo, Spontaneität beherrschen die Bühne. Nur keine Psychologie, bitte, keine langen Arien und ausgedehnte Ensembles: Fasse dich kurz – der einstige Telefonhäuschenappell hat hier unverändert Gültigkeit.
Auch in der Amsterdamer Inszenierung von Laurent Pelly läuft alles wie am Schnürchen ab. Das im Libretto imaginierte Kartenspiel wird wörtlich genommen: Schnelles Mischen, Ausspielen, Ramschen, Kassieren und wieder Mischen sind angesagt. Spielkarten in allen Größen umstellen die Szene, Kartenhäuser werden aufgebaut und krachen wieder zusammen. Der Mensch mitten drin: eine kleine Pik-Sieben oder ein Herzbube – wie der Prinz, der nicht lachen kann, dann doch lacht und als Belohnung eine hübsche Prinzessin heimführen darf. Laurent Pelly ist ein Regisseur der schnellen, leichten, dabei unerhört präzisen Hand. Er weiß Pointen zu setzen, in Bewegung, Mimik, Gestik. Immer ist Spaß auf Pellys ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die 1956 von der Firma RCA in Rom produzierte Aufnahme von «La traviata» hat auf dem deutschen Markt von Anfang an nur eine marginale Rolle gespielt, verschwand dann im Stereo-Zeitalter gänzlich aus dem Katalog und wird erst jetzt, fünfzig Jahre später, auf CD neu aufgelegt. Ein merkwürdiger Fall, denn es handelt sich um die beste Studio-Einspielung des Werkes aus...
Als das Taxi sich dem Hotel nähert, werden wir von Polizisten gestoppt. No cars. Das Viertel um den architektonisch einzigartigen, weil von Häusern im Bauhaus-Stil eingekreisten Dizengoff Circle (Tel Aviv gilt als Welthauptstadt dieser architektonischen Schule) ist abgesperrt. Zum Glück nicht aus jenen Gründen, die bei CNN als «Breaking News» vermeldet worden...
Bei der Uraufführung einer Rameau-Oper, so ist überliefert, rügten einst die Orchestermusiker, sie seien mit der Wiedergabe der komplexen Partitur derart beschäftigt, dass ihnen nicht einmal die Zeit zum Schnäuzen bleibe. Auch die Kieler Philharmoniker dürften sich gehörig gefordert gefühlt haben, als sie sich unter dem ebenso kenntnisreichen wie befeuernden...
