English Summer
Das Vereinigte Königreich schlingert in schwerer See, lautet derzeit die Diagnose kontinentaler Beobachter – «Brexit»-Wirren und das vorzeitige Fußball-EM-Aus verhagelten den britischen Sommer. Dazu passt die meteorologische Großwetterlage: Wolkenverhangener Himmel und Starkregen trübten im Juni den Country House-Charme der südenglischen Opernfestivals. Doch was unter den Dächern von Grange Park, Garsington und Holland Park geboten wurde, konnte sich hören und sehen lassen.
Lichtblicke gibt es zunächst bei der vor 18 Jahren von Wasfi Kani gegründeten Grange Park Opera im ländlichen Hampshire – die sie auch gebrauchen kann. Weil Kani sich mit den Eigentümern des Anwesens überworfen hat, zieht die Kompanie für die Saison 2017 in ein nagelneues Opernhaus, das derzeit in West Horsley Place in Surrey gebaut wird. In der alten Grange startet Countertenor Michael Chance unter dem Namen The Grange Festival zeitgleich ein eigenständiges Event.
Den diesjährigen musikalischen Auftakt machte Lionel Barts Musical-Klassiker «Oliver!». Bariton Simon Keenlyside ließ in der Partie des Fagin keine Wünsche offen, ebenso wenig sein junger Sängerkollege Charlie Barnard als Artful Dodger. Auch die ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von George Hall
Encore
Der katalanische Tenor hatte sich eigentlich schon 2009 verabschiedet. Doch mit fast 70 kehrte José Carreras kürzlich noch einmal auf die Bühne zurück (für Kolonovits’ «El Juez»). Bilanz eines großen Sängerlebens
Auf Nebenpfaden
Anna Prohaska ist von der Deutschen Grammophon zum kleinen Label Alpha Classics gegangen (siehe Seite 22). Ein Gespräch über den...
Theodor W. Adorno vertrat die These, dass die Qualität des Spätwerks den Rang eines Künstlers ausmache. Für Beethoven, Wagner, Bruckner, Janácek trifft dies wohl zu. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Schon bei Schumann wird gestritten, ob die frühen Werke inspirierter seien als die späteren. Bei manchen Komponisten scheinen die «reifen» Werke eher...
Einst träumte Perm davon, ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst zu werden. Hoffte gar, irgendwann den Titel «Europäische Kulturhauptstadt» zu erringen. Doch das Projekt scheiterte. Heute wirkt selbst der ehemalige Flussbahnhof, in dem das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht ist, heruntergekommen.
Aber es gibt immer noch das Diaghilev-Festival. 2012...
