Aus dem Kerker

Hersant: Tristia Perm / Philharmonie

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Einst träumte Perm davon, ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst zu werden. Hoffte gar, irgendwann den Titel «Europäische Kulturhauptstadt» zu erringen. Doch das Projekt scheiterte. Heute wirkt selbst der ehemalige Flussbahnhof, in dem das Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht ist, heruntergekommen.

Aber es gibt immer noch das Diaghilev-Fes­tival. 2012 übernahm Teodor Currentzis die Leitung der 2003 vom damaligen künstlerischen Direktor der Permer Oper, Georgij Issaakjan, gegründeten Festspiele.

Currentzis’ Charisma äußert sich nicht nur am Pult – ihm ist es auch gelungen, der ambitionierten Großstadt wieder kreative Energie zu geben.

Im diesjährigen Programm brillierten die ­Barockensembles Graindelavoix und Le Poème Harmonique, es gab Lieder- und Klavierabende, sinfonische Konzerte, zeitgenössischen Tanz, Vorträge und Round Tables. Zur Eröffnung stand ­Verdis «Traviata» in der Linzer Inszenierung von Robert Wilson (siehe OW 11/2015) an. Currentzis ließ der Musik nicht weniger Sorgfalt angedeihen als der Regisseur der Szene, er spitzte Abgründe und Erhabenes, Glanz und Vulgäres gleichermaßen zu. Als Violetta zeichnete sich – vokal wie darstellerisch – Nadeschda Pawlowa ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexej Parin

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