Die Oper mit der Ziege

Meyerbeers «Dinorah» in einem Konzertmitschnitt der Deutschen Oper Berlin

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Meyerbeer als Komiker – das ist eine Vorstellung, an die sich vermutlich auch jene Generationen nicht gewöhnen werden, bei denen der Grand Opéra-Meister wieder durchgesetzt sein könnte. So war es ein mutiger Schritt, den Meyerbeer-Zyklus an der Deutschen Oper Berlin – szenisch angestoßen durch den monumentalen «Vasco da Gama» – mit Meyerbeers vorletzter Oper «Dinorah» zu eröffnen, konzertant in der Philharmonie. Dabei entstand 2014 dieser überaus erfreuliche Live-Mitschnitt (unter Mithilfe der Stiftung Palazzetto Bru Zane).

Die «Oper mit der Ziege», wie man das Werk getrost nennen könnte, wird es aufgrund des tierischen Maskottchens der Handlung kaum auf die Bühnen der Welt zurückschaffen: Die dürre, mä-ä-ä-ä-äh-machende Hornträgerin begleitet treu die von Anfang an wahnsinnige Titelheldin durch die Berge. Nun ja.

Patricia Ciofi ist eine Belcanto-Sängerin, welche artgerechte Gesangstechnik damit bezahlt hat, kein echter Star zu werden. Ihr brennend fein fokussierter, leicht spröder Sopran lässt sie hinter dem tirilierenden Jubelklang einer Schallplatten-Vorgängerin wie Luciana Serra zurückstehen. Dafür trifft sie die romantische Zweideutigkeit der Schattentänzerin weit besser. ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Kai Luehrs-Kaiser

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