Der Pionier

Fredrik Pacius, ein gebürtiger Hamburger, legte um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Helsinki die Basis für das moderne finnische Musikleben. Und er schrieb die erste Oper in einem Land, das erst 1917 seine Unabhängigkeit erlangte.

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Ein Kind des Nordens war er von Anfang an. Ein Spross der Hamburger Bürgerkultur. Oder sagen wir besser: ein halber Norde, denn seine Vorfahren sollen aus dem italienischen Adelsgeschlecht d’Pazzi stammen. Dies ist zwar wohl eine Legende, sie hilft aber, Friedrich Pacius gesamteuropäisch zu verorten. Am 19. März 1809 wurde er in eine erst seit 1806 in Hamburg ansässige Kaufmannsfamilie hineingeboren. Der Vater liebte Musik, musizierte selbst und sorgte dafür, dass der Filius das Geigenspiel lernte.

Als sich abzeichnete, dass er das Hobby des Vaters zu seinem Beruf machen würde, hatte er die Rückendeckung des Elternhauses. Vom Hamburger Johanneum, dessen neu eingerichtete Bürgerschule er zwei Jahre lang besuchte, wechselte Pacius 1824 nach Kassel und wurde Meisterschüler bei Louis Spohr und dem späteren Thomaskantor Moritz Hauptmann. Der Einfluss beider Lehrer blieb auch nach deren Tod lange virulent: Pacius hielt zeitlebens den Kasseler Idealen seiner Lehrer die Treue, er pflegte einen synthetischen Stil, der sich irgendwo zwischen Felix Mendelssohn Bartholdy (auch er ein gebürtiger Hamburger des Jahrgangs 1809), Beethoven, der Melodienseligkeit des Belcanto, dem jungen Verdi und ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 36
von Tomi Mäkelä

Vergriffen
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Klar, direkt, einfach

Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?

Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)

Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.

Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang....

Eine Nase für Talente

Herr Clémeur, Sie waren achtzehn Jahre lang Intendant der Vlaamse Opera in Belgien. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als Intendant der Opéra national du Rhin?
Straßburg liegt im Herzen von Europa. Hier kamen schon immer wichtige Straßen zusammen. Deutschland ist ganz nah, auch die Schweiz ist nur ein paar Kilometer entfernt. Das Publikum ist sehr...

Chapeau!

«Coloraturas» heißt das neue Album von Diana Damrau. Der Schriftzug ist so angelegt, dass das Wort «Colors» herausfällt. Koloraturen also als Farben. Das ist nicht zu viel versprochen. Wer Diana Damrau je auf der Bühne erlebt hat, weiß: Das kann sie. Es erklärt aber noch nicht, warum diese Sopranistin (die 2008 im Jahrbuch der «Opernwelt» zur «Sängerin des Jahres»...