Klar, direkt, einfach

Das klassische Opern- und Konzertleben braucht mehr Leichtigkeit, findet Magdalena Kozená. Und mehr Humor. So wie damals, im Barock, als nicht für die Ewigkeit, sondern für den Tag geschrieben wurde. Immer schön locker bleiben – diese Kunst findet man eher bei Vivaldi als bei den Romantikern, meint der tschechische Mezzo-Star.

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Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?

Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)

Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.

Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang. Zwar sind Sie nach wie vor ein Mezzo, aber darin wohnt etwas mehr von einem Sopran.
Nun, jeder Mezzo muss das haben. Ansonsten gäbe es Probleme mit vielen Partien, das Repertoire wäre sehr limitiert.

Jeder sucht nach dieser stimmlichen Weitung, einfach um mehr singen zu können. Lassen Sie mich also so antworten: Es ist eigentlich immer faszinierend zu spüren, was mit der eigenen Stimme passiert. Denn man kann niemals vorhersagen, in welche Richtung sich die Stimme entwickelt, in fünf, in zehn Jahren. Gerade die physischen Bedingungen ändern sich ja ständig.

Haben Ihre beiden Kinder Ihre Stimme verändert?
Ja, ein bisschen. Wissen Sie, manche Frauen haben nach der Geburt einen erheblichen hormonellen Wechsel zu überstehen, das ist bei mir nicht der Fall. Ich bin definitiv nicht ein anderes «Fach» geworden, wie Sie das in ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: Interview, Seite 22
von Jürgen Otten

Vergriffen
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