Auch nur Menschen
Die Nachkriegsgeschichte der Frankfurter Oper in Form von Porträts ihrer leitenden Dirigenten zu schreiben, ist eine Aufgabe, die auch für einen erfahrenen Musikhistoriker eine große Herausforderung darstellen dürfte. Hilmar Hoffmann, der nun im fortgeschrittenen Alter diesen Versuch wagt, ist ein solcher Historiker nicht. Aber er hat einen Teil dieser Geschichte, die zwei Jahrzehnte zwischen 1970 und 1990, verantwortlich mitgeprägt. Er galt damals als der neben Hermann Glaser (in Nürnberg) profilierteste Kulturpolitiker der Republik.
In Frankfurt hat Hoffmann die Ära Dohnányi begleitet, die Ära Gielen möglich gemacht und schließlich als dessen Nachfolger Gary Bertini ausgeguckt, der ihm von Rolf Liebermann empfohlen worden war. Die anschließenden Amtszeiten von Sylvain Cambreling und Paolo Carignani konnte er dann mit der genießerischen Gelassenheit des Polit-Rentners verfolgen. Was vor seinem Amtsantritt geschah, musste er großenteils aus fremden Quellen rekonstruieren, was ganz natürlich und legitim ist. Doch das ständige gedankliche und sprachliche Changieren innerhalb des Buches, ja sogar innerhalb einzelner Kapitel, legt die Vermutung nahe, dass hier mehrere Geisterschreiber ...
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Herr Clémeur, Sie waren achtzehn Jahre lang Intendant der Vlaamse Opera in Belgien. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als Intendant der Opéra national du Rhin?
Straßburg liegt im Herzen von Europa. Hier kamen schon immer wichtige Straßen zusammen. Deutschland ist ganz nah, auch die Schweiz ist nur ein paar Kilometer entfernt. Das Publikum ist sehr...
Wanderer, kommst du an eine Kreuzung, so schlage das Kreuz: Mancher Passant im christlich-orthodoxen Bukarest deutet das Zeichen an, ehe er eine der brachial befahrenen Straßen überquert. Der Wanderer Ödipus konnte in vorchristlicher Zeit nicht danach handeln, und als ihm an einer Weggabelung im Parnass ein Wagen in die Quere kam, erschlug er nichtsahnend dessen...
Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten,...
