Aus der Traum?
Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten, meinten die Tiere. Eine weise Entscheidung.
Denn Spielleute hatten offenbar schon zu Zeiten der Gebrüder Grimm in Bremen wenig zu lachen – was die Hafenstadt heute freilich nicht hindert, das Quartett aus dem Märchen nach allen Regeln der Marketingkunst für die Eigenwerbung einzuspannen.
Auch das Theater hätten die kühl rechnenden Planer im Nordwesten der Republik gern als touristische «Dachmarke» etabliert, möglichst mit europaweiter Ausstrahlung, bei möglichst geringen Kosten. Und es fand sich ein Mann, der die von der Politik gewünschte Quadratur des Kreises versprach: Hans-Joachim Frey. Als der ehemalige Dresdner Operndirektor 2007 die Generalintendanz von Klaus Pierwoß übernahm, der das Vierspartenhaus 13 Jahre lang geschickt gegen alle Zumutungen des Senats verteidigt hatte, kündigte der Neue vollmundig an, den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Arnold Schönbergs unvollendetes Bekenntniswerk „Moses und Aron“ auf die Bühne zu bringen, bleibt auch mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Uraufführung und bald acht Jahrzehnte nach seinem Entstehen eine Herausforderung. Willy Decker ist das Wagnis zu Beginn seiner Intendanz bei der Ruhrtriennale eingegangen – in der gewaltigen Bochumer Jahrhunderthalle,...
Was die Ruhrtriennale von vielen anderen Festspielen unterscheidet, sind nicht zuletzt die Räume. Wer 2006 Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» sah, wird das Zusammenspiel von Zimmermanns multiperspektivischem Kugeltheater mit der monumentalen Stahlkonstruktion der Bochumer Jahrhunderthalle ebenso wenig vergessen wie die magische Aura, mit der die leergefegte...
Christoph Meyer, der neue Intendant der Deutschen Oper am Rhein, hat seine erste Spielzeit mit zwei Paukenschlägen begonnen: Benjamin Brittens «Peter Grimes» im Opernhaus Düsseldorf und Richard Strauss’ «Salome» im Theater Duisburg. Musikalisch liegen zwischen Brittens sprödem Bekenntniswerk und Strauss’ mit der tödlichen Präzision eines Uhrwerks ablaufendem...
