Chapeau!
«Coloraturas» heißt das neue Album von Diana Damrau. Der Schriftzug ist so angelegt, dass das Wort «Colors» herausfällt. Koloraturen also als Farben. Das ist nicht zu viel versprochen. Wer Diana Damrau je auf der Bühne erlebt hat, weiß: Das kann sie.
Es erklärt aber noch nicht, warum diese Sopranistin (die 2008 im Jahrbuch der «Opernwelt» zur «Sängerin des Jahres» gewählt wurde) überall, wo sie auftritt, auch ankommt, egal ob beim Connaisseur-Publikum der Scala oder bei den eher naiven Opernfreaks der Met, ob mit einem intimen Programm zur Harfe oder als Sophie im opulent besetzten «Rosenkavalier».
Ganz sicher wird auch diese neue CD ein Renner. Warum? Zunächst: weil sie ein Lebensgefühl in Klang fasst, das in Zeiten der Krisenbeschwörer rar ist. Damrau kann (zum Beispiel als Gounods Juliette oder als Donizettis Linda di Chamounix) ein klingender Sonnenschein sein. Sie versprüht Lust und Laune. Das ist ansteckend, weil es nie aufgesetzt wirkt. Vielmehr scheint es von lyrisch-empfindsamem Erleben grundiert. Heiterkeit und Fröhlichkeit – um es mit einem berühmten Lortzing-Titel zu sagen – als Naturgeschenk und fern aller naiv-vordergründigen Koketterie. Daraus wächst ein zweiter ...
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