Das Mädchen aus dem goldenen Westen
Daniel Barenboim ist an allem schuld. Der Maestro höchstselbst hat damals die Filmregisseurin angerufen – nachdem ihm jemand ein Video ihrer Komödie «Männer» zugespielt hatte – und sie rundheraus gefragt, ob sie nicht bei ihm an der Berliner Staatsoper Unter den Linden Mozarts «Così fan tutte» inszenieren wolle. Ganze zweimal war Doris Dörrie davor in der Oper gewesen, als Kind mit ihren Eltern in der «Zauberflöte» und später noch einmal mit ihrer eigenen Tochter, wiederum in der «Zauberflöte». Und trotzdem hat sie Ja gesagt.
«Weil es für mich ein Trip in ein fremdes Land war. Und ich bin einfach wahnsinnig gern in fremden Ländern», erklärt sie lachend. «So exotisch fand ich bisher allerdings keines.»
Seit diesen Tagen im Frühjahr 2001 ist Doris Dörrie opernsüchtig. Doch die 1955 geborene studierte Filmemacherin, die seit «Keiner liebt mich», «Bin ich schön?» und «Erleuchtung garantiert» als Spezialistin der Geschlechterkampf-Komödie gilt, begnügt sich nicht damit, die Stücke vom dunklen Zuschauerraum aus zu genießen. Nein, sie will möglichst viele Menschen von ihrer neuen Leidenschaft überzeugen: «Ich verstehe nicht, warum die Opernwelt so eine abgetrennte Kunst ist. Die ...
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Herr Domingo, Sie nehmen in diesen Wochen unter der Leitung von Antonio Pappano den kompletten «Tristan» auf – nach über vierzig Bühnenjahren und fast neunzig Opern-Gesamtaufnahmen. Was treibt einen Sänger, der es sich mit Konzerten und Galas viel leichter machen könnte, zur schwierigsten Partie des gesamten Tenorfachs?
Eben die besondere Herausforderung. Und die...
Osnabrück koppelte Henzes selten gespielten Opernerstling «Das Wundertheater» und Ravels musikalisches Märchen «L'Enfant et les Sortilèges» zu einem originellen Doppelabend. Henze hat in der 1948 uraufgeführten Kammeroper (gespielt wurde die Fassung für Sänger aus dem Jahr 1964) geschickt den von Cervantes stammenden Text mit einem politischen Widerhaken...
Jörg Widmann freut sich darüber, dass der Münchner Uraufführung vor anderthalb Jahren relativ schnell eine zweite Inszenierung von «Das Gesicht im Spiegel» folgt. Außerdem muss nicht wie im Cuvilliés-Theater gegen eine trockene Akustik angekämpft werden, so dass viele Details der Partitur besser zur Geltung kommen – wichtig bei einem so klangorientierten...
