Ravel: L'Enfant et les Sortilèges / Henze: Das Wundertheater
Osnabrück koppelte Henzes selten gespielten Opernerstling «Das Wundertheater» und Ravels musikalisches Märchen «L'Enfant et les Sortilèges» zu einem originellen Doppelabend. Henze hat in der 1948 uraufgeführten Kammeroper (gespielt wurde die Fassung für Sänger aus dem Jahr 1964) geschickt den von Cervantes stammenden Text mit einem politischen Widerhaken versehen.
An der Ehre ihrer christlichen Geburt gepackt, dass nur rechtmäßig Gezeugte das Wundertheater sehen, gehen die Honoratioren des Dorfs auf der nackten, weiß ausgeschlagenen Bühne den betrügerischen Gauklern auf den Leim. Als ein Fremder den Schwindel aufdeckt, wird er zum Opfer der Betrogenen, die nicht zugeben wollen, dass man sie gefoppt hat. In Osnabrück hat Regisseur Thilo Borowczak den Bezug zum nationalsozialistischen Rassenwahn durch deutliche Anspielungen auf die Folterbilder aus dem Irak aktualisiert und verschärft – nicht zuletzt in der Scheinhinrichtung des Fouriers. In die nicht minder ambivalente Scheinwelt der kindlichen Phantasie führt Ravels geniales Zaubermärchen vom Kind und dem Zauberspuk. Weil es seine Hausaufgaben nicht machen will, aber von der Mutter dazu gezwungen wird, beginnt das Kind Blödsinn ...
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Süß, diese Schäfchen. Wirklich entzückend, wie sie da, inmitten der glanzvoll kostümierten und choreografierten Singspiel-Schar, auf ihren blauen Rollen unschuldig weiß übers Parkett gerollt werden und dabei ganz zärtlich und dumm ausschauen – was wiederum zu der an diesem vornehmen Orte erzählten, tränenrührenden Geschichte wunderbar passt: Denn was wäre ein...
Wer kennt sie nicht, die Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen»? Eigentlich entstammt sie der Ouvertüre der siebzehn Jahre zuvor entstandenen, für Wien komponierten, dort auch erfolgreich uraufgeführten Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas irreführend «Die Rheinnixen» heißt. Denn um Nixen im Sinne von Undinen geht es in dem...
Bevor sich der Vorhang der Deutschen Oper Berlin an diesem Januar-Abend hob, dürfte sich die Neugier vieler Besucher darauf beschränkt haben, Deborah Voigt in ihrem Rollendebüt als Marschallin zu sehen. Hieß es doch, die bis vor kurzem bedenklich übergewichtige Diva sei nicht mehr wiederzuerkennen, seit sie ihren Magen auf die Größe einer Walnuss habe verkleinern...
