Aus der Pralinenschachtel
Eine besondere Kuriosität der Operngeschichte wurde vor drei Jahren in Bad Wildbad zur ersten öffentlichen Aufführung gebracht: Giovanni Pacinis Version des «Don Giovanni», die er 1832 für eine Privatvorstellung in Viareggio komponierte. Die Rollen sangen Mitglieder seiner Familie und er selbst; ein Kammerorchester aus Streichern und zwei Flöten sorgte für die Begleitung.
Die Handlung des Stücks folgt über weite Strecken dem Libretto Lorenzo da Pontes, aus dem Pacinis Textdichter Gaetano Barbieri viele Formulierungen wörtlich übernimmt.
Allerdings sind die dramatischen Gewichte hier anders verteilt. Donna Anna und ihr Bräutigam treten in den Hintergrund, Donna Elvira ist ganz gestrichen und geht, wo es nötig ist, im Part der Zerlina auf, die hier zur weiblichen Hauptfigur wird. Sie ist die Adressatin der Registerarie wie des Ständchens von Don Giovanni, darf dann mit Masetto ein ausgedehntes Versöhnungs- und Liebesduett singen und wendet sich kurz vor dem Finale ans Publikum: «Und wenn nun Don Giovanni zurückkäme? Was geschähe dann? Seien wir realistisch. Schließlich bin ich eine Frau.» Worauf ein kesser Bolero folgt. Don Giovanni, der hier Tenor singt, ist im Übrigen ein harmloser ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 26
von Ekkehard Pluta
Man muss ihn wohl als Lebenskünstler bezeichnen. Wilfried Hiller hat nie mit seiner Energie und Fantasie gegeizt. Wahrscheinlich ist ihm gerade deswegen immer neue zugewachsen. Ein ganzes Berufsleben lang, von 1971 bis 2006, war er Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk, hat dort über 21 000 Stunden Programm zusammengestellt und viel bewirkt in Sachen Neue Musik...
«Meine Erfahrung mit ‹Fidelio› ist eine ganz einfache: Ich bin als Zuschauer immer eingeschlafen, wenn ich diese Oper gesehen habe. Deshalb habe ich mich gefragt: Schaffst du eine Inszenierung, bei der das Publikum nicht einschläft? […]. Es ist eine wunderbare Oper, aber sehr statisch. Bewegung zu schaffen war die Herausforderung.» So formulierte Manfred...
«Eine feinere Operette» wollte Richard Strauss nach eigenem Geständnis mit »Die Liebe der Danae» schaffen, etwas Leichtes, «preziös» Ironisches in der Nachfolge Offenbachs. Bereits 1920 hatte ihm Hugo von Hofmannsthal einen entsprechenden Entwurf vorgelegt, aber da zeigte sich der Komponist noch uninteressiert. Man kann nur spekulieren, wie diese Oper ausgesehen...
