Aufbruch in Gelsenkirchen
Wer Gelsenkirchen sagt, denkt nicht in erster Linie an Kultur. Die am Nordrand des ehemaligen Kohlereviers gelegene Stadt war bis in die 1970er-Jahre das Zentrum der westdeutschen Montanindustrie. Die großen Zechen und Schachtanlagen, Monumente der Industriearchitektur, sind hier wie andernorts längst stillgelegt. Heute ist der Fußballverein Schalke 04 das Aushängeschild. Gelsenkirchen und «Auf Schalke», die Veltins-Arena des gegenwärtig wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga mitmischenden Vereins, das sind selbst für Nicht-Sportfans Synonyme.
Doch Gelsenkirchen hat mehr zu bieten – das aus der Renaissance stammende Wasserschloss Horst, die Flusslandschaft bei Buer, nicht zuletzt das am Rande der wiederaufgebauten Altstadt liegende Musiktheater im Revier. Vor fünfzig Jahren, am 15. Dezember 1959, wurde das von dem Architekten Werner Ruhnau entworfene Gebäude eingeweiht. Das Haus gehört zu den kühnsten, überzeugendsten Theaterneubauten im Nachkriegseuropa – nicht zuletzt, weil es Ruhnau und seinen Mitarbeitern gelungen ist, ihm über die funktionelle Zweckmäßigkeit hinaus selbst künstlerische Ausstrahlung zu verleihen. Mit Glasfassaden hat man damals allüberall gearbeitet, ...
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Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war sie die Arabella schlechthin: Lisa Della Casa. Keine andere Sängerin war mit dieser Partie so verschmolzen wie die «Arabellissima». Lang ist’s her. Umso erfreulicher, dass es heute für diese Rolle würdige Nachfolgerinnen gibt. Und das nicht nur im Rampenlicht von Met, Scala oder Wiener Staatsoper. Marion Ammann zum Beispiel. Die...
Herr Gerhaher, wo haben Sie den ersten Vormittag in diesem Jahr verbracht?
(schmunzelnd) Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Nein, nicht im Großen Musikvereinssaal in Wien. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker habe ich mir auch nicht im Fernsehen angesehen. Ich bin kein Freund dieses Events; man muss jedem Menschen solche Idiosynkrasien zugestehen.
Was stört...
In seinem autobiografischen Rückblick hat Carl Orff mit der ihm eigenen Nüchternheit über «Gisei» den Stab gebrochen und das Werk an den Beginn seiner «jugendlichen Schiffbrüche» gestellt. Was ihn 1913 bewog, den Einakter zu schreiben, war der Versuch, zwei Strömungen der Zeit – Debussys Revolutionierung der Musik und die Faszination durch das japanische Theater –...
