Auf Sparflamme

Es läuft nicht mehr rund bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik: Händels Opernerstling «Almira» unter Alessandro De Marchi und Domenico Scarlattis «Narciso» unter Fabio Biondi

Opernwelt - Logo

Wenn es Sommer wird, müssen die Bilder weg. Da ­lächeln in den Foyers des Landestheaters nicht mehr die Ensemblemitglieder von den Wänden, ob aus Oper, Schauspiel oder Ballett. Dann gibt es einen Monat lang andere ­Fotos zu sehen: aus Antonio Cestis «L’Argia», Francesco Cavallis «Giasone», Antonio Sartorios «Giulio Cesare» oder aus Johann Adolph Hasses «Solimano». Alles barocke Großtaten aus einer Zeit, als er noch hier regierte, René Jacobs.

Einer, der seine Spürnase in die Archive steckte, längst bevor das schick war auf dem CD-Markt; der Trouvaillen aus den Regalen zog und diese auf seine ansteckend überrumpelnde Art zu Klang und Realität werden ließ.

Doch Jacobs ist weg und das Geld mittlerweile auch. Den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik geht es nicht gut. Manche glauben, bald müssten die Bilder gar nicht mehr ausgetauscht werden, weil das Festival ohnehin ins Landestheater eingegliedert werde. Einige aus der Politik wünschen sich das, die beiden Kulturinstitutionen naturgemäß weniger. Als Notfallmaßnahme trennte sich das Festival von Geschäftsführerin Christa Redik. Sie soll unter anderem versäumt haben, Subventionen in Höhe von 330 000 Euro beim Bund zu beantragen – ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Schein des Lebens, das nicht ist

Zwei prominente Urteile über Richard Strauss gibt es, die widersprüchlicher kaum sein könnten. Er sei «ein so fabelhaft unraffinierter Mensch», meinte sein Librettist Hugo von Hofmannsthal 1909 über ihn in einem Brief an Harry Graf Kessler, und habe «eine fürchterliche Tendenz zum Trivialen, Kitschigen in sich». Gut zwei Jahrzehnte später schrieb der nächste...

Glanz und Staffage

Genau hundert Jahre mussten nach dem Tod von Hector Berlioz vergehen, ehe sein musikdramatisches Hauptwerk «Les Troyens» im Jahr 1969 endlich ungekürzt zur Aufführung kam. Seitdem wurde das ­gewaltige, nur noch durch Wagners «Ring» übertroffene Epos an allen großen Opernhäusern der Welt gespielt, zuletzt in der Inszenierung von David McVicar und unter der...

Trittfest, schwebend

Allem Verfallsgejammer zum Trotz – worin sich in den letzten Jahren besonders Thomas Quasthoff gefiel – ist das Lied in Deutschland vital geblieben. Den Tenor Daniel Behle kann man schon jetzt, im Jahr seines 40. Geburtstags, zu den Großen des Fachs zählen. Seine Lied-CDs waren bislang vorzüglich; die Richard-Strauss-Platte von 2012 mit dem Pianisten Oliver...