Auf Sparflamme
Wenn es Sommer wird, müssen die Bilder weg. Da lächeln in den Foyers des Landestheaters nicht mehr die Ensemblemitglieder von den Wänden, ob aus Oper, Schauspiel oder Ballett. Dann gibt es einen Monat lang andere Fotos zu sehen: aus Antonio Cestis «L’Argia», Francesco Cavallis «Giasone», Antonio Sartorios «Giulio Cesare» oder aus Johann Adolph Hasses «Solimano». Alles barocke Großtaten aus einer Zeit, als er noch hier regierte, René Jacobs.
Einer, der seine Spürnase in die Archive steckte, längst bevor das schick war auf dem CD-Markt; der Trouvaillen aus den Regalen zog und diese auf seine ansteckend überrumpelnde Art zu Klang und Realität werden ließ.
Doch Jacobs ist weg und das Geld mittlerweile auch. Den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik geht es nicht gut. Manche glauben, bald müssten die Bilder gar nicht mehr ausgetauscht werden, weil das Festival ohnehin ins Landestheater eingegliedert werde. Einige aus der Politik wünschen sich das, die beiden Kulturinstitutionen naturgemäß weniger. Als Notfallmaßnahme trennte sich das Festival von Geschäftsführerin Christa Redik. Sie soll unter anderem versäumt haben, Subventionen in Höhe von 330 000 Euro beim Bund zu beantragen – ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Markus Thiel
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