Auf den Spuren Hiobs
Nicht einmal 100 Kilometer sind es von dem nach Adam Mickiewicz, einem der Nationaldichter Polens, benannten Platz im Zentrum von Lviv bis zur Ruine der großen Synagoge in Brody, dem Geburtsort Joseph Roths. Aber mit dem Bus braucht man für die Strecke fast zwei Stunden. Hier, in dem einst durch Handel und Schmuggel prosperierenden Nest an der Grenze zwischen der Habsburger Donaumonarchie und dem russischem Zarenreich, hatte der Reporter und Romancier («Radetzkymarsch», «Die Kapuzinergruft») das noch heute sofort als bauliches Relikt der K.-u.-k.
-Ära ins Auge fallende Gymnasium besucht, bevor er, durch die Katastrophen des frühen 20. Jahrhunderts getrieben, nach Lemberg, Wien und Berlin, am Tag der Machtübernahme Hitlers 1933 schließlich ins Pariser Exil ging, wo er 1939 starb. Brodys jüdische Gemeinde, in der Roth aufgewachsen war, wurde von deutschen NS-Besatzern ausgelöscht, die «Alte Schul», eine der größten Synagogen Osteuropas, bis auf die Außenmauern niedergebrannt.
Wenn Oksana Lyniv, ehemalige Assistentin Kirill Petrenkos, GMD der Oper Graz und Initiatorin des 2017 zum ersten Mal veranstalteten Lviv MozArt Festivals, diesen vom Furor eines fanatischen Herrenmenschentums ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 102
von Albrecht Thiemann
Großer Bahnhof für Wolfgang Wagner, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Einen «fränkischen Sokrates» hatte ihn einst Walter Jens genannt. Fast 60 Jahre leitete er die Bayreuther Festspiele (davon 15 mit seinem Bruder Wieland). Nun wurde er nicht nur in Haus Wahnfried mit einer Ausstellung geehrt, von der vor allem viele bislang unveröffentlichte Fotos...
Dass er den Job kann, steht außer Frage. Aber am Ende eines voltenreichen Auswahlprozesses war es eine Überraschung, dass Alexander Neef ab 2021 die Pariser Oper leiten wird – als Nachfolger Stéphane Lissners, der das hochherrschaftliche Intendantenbüro an der Place de la Bastille aus Altersgründen räumen muss. Mit dem 45-Jährigen, seit 2008 Chef der Canadian Opera...
Herr Castronovo, Sie waren an der Bayerischen Staatsoper der Partner Edita Gruberovas in ihrer letzten Opernvorstellung. Eine Situation, in die man als Tenor nicht sehr häufig kommt.
Das stimmt! Eine außergewöhnliche Erfahrung. Zu Beginn dieser Serie von «Roberto Devereux» war noch nicht hundertprozentig klar, ob es wirklich ihre letzte Vorstellung sein würde. 51...
