Auf dem Drahtseil

Die interessantesten Neuerscheinungen zum Rameau-Jubiläum

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Es ist einfach ausweglos. Castor und Pollux lieben beide Télaïre, sind einander aber mindestens ebenso zugetan. Und keiner erträgt des anderen Unglück. Das Hin und Her hat erst ein Ende, als Jupiter die Brüder als Sternbild in den Himmel schickt. In der Einspielung der australischen Kompanie Pinchgut Opera erwachen die Figuren zum Leben, zeigen sich voller Fleisch, Blut, Persönlichkeit. Dass wir bis zum Ende am Ball bleiben, liegt nicht an Perfektion. Es liegt vor allem an dem ungeheuren Engagement, mit dem alle Beteiligten bei der Sache sind.

Jeffrey Thompson etwa steigert sich in Castors Schmerz derart hinein, dass er mitunter vom Singen ins Rufen oder Schluchzen rutscht. Seine Hingabe trägt ihm in dieser haute-contre-Partie mit ihren gemeinen Hochlagen  ein paar Intonationsschwächen ein. Aber die nehmen wir in Kauf – für die kostbaren Augenblicke bewegender Emotionalität. Hadleigh Adams ist ihm ein warmherziger Pollux mit charmantem S-Fehler. Als Télaïre überzeugt Celeste Lazarenko mit glasklarem Sopran, Margaret Plummer trumpft als verschmähte Phœbé mit goldenem Timbre und ausdrucksstarken Rezitativen. Antony Walkers Orchestra of the Antipodes nimmt durch eloquente Phrasierung ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 19
von Wiebke Roloff

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