Apropos... Riesenstimme

Vor vier Jahren verhalf Daniel Barenboim Anita Rachvelishvili zum Durchbruch, indem er die damals 25-Jährige aus Tiflis bei der Mailänder Inaugurazione die Carmen singen ließ. Mit der Partie reiste sie um die Welt. Jetzt tritt sie wieder an der Met auf, in Borodins «Fürst Igor». Aber er ist nicht immer leicht, der Umgang mit der schweren Stimme

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Frau Rachvelishvili, an der Scala wurden Sie für Mercedes in «Carmen» gecastet – und für die Titelrolle engagiert!?
Zunächst als Zweitbesetzung. Ich war zu Tode erschrocken! Dann ging ich zu Janine Reiss, die mit Maria Callas an der Rolle gearbeitet hat. Dass Daniel Barenboim mir unerfahrenem Ding die Carmen anvertraut hat, war das Wunder meines Lebens. Inzwischen, seit gut drei Jahren, habe ich die Rolle mehr als 100-mal gesungen.

Das ist zu viel!
Sagt Barenboim auch. Er hat Recht.

Mein Problem ist: Ich bin Contralto, meine Stimme ist groß und schwer. Bei Mozart gibt es zu wenig für mich. Meine Stimme ist auch zu groß für Rossini und das Belcanto-Repertoire. In vielen Rollen, die etwa Ewa Podles gesungen hat, ist die Höhe ein Problem. Meine Stimme ist nicht immer so groß gewesen. Sie ist größer geworden durch Verdi – für dessen Rollen ich zum Teil noch nicht reif bin. Für 2015 ist in Turin Azucena geplant. Ideal ist Amneris, die ich in der Arena di Verona singen werde. Ich fürchte mich nicht, ich habe dort bereits Carmen gesungen. Perfekt für mich.

Auf Ihrer Homepage beschreiben Sie sich als «the real, old fashioned mezzo-soprano». Was ist altmodisch an Ihnen?

Ich singe mit alter ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Kai Luehrs-Kaiser

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