Eine Muse namens Jack

Offenbach: Les Contes d’Hoffmann Oslo / Opernhaus

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Entstehungs- und Aufführungsgeschichte von Offenbachs «Contes d’Hoffmann» sind verworren und verwirrend. Als der deutsch-französische Komponist 1880 starb, hinterließ er seine einzige Oper unvollendet, so dass es in der Folge eine ganze Reihe von Bearbeitungen, Ergänzungen und Umstellungen ge­geben hat. Da eine finale Fassung nicht existiert, setzt jede neue Inszenierung die Auseinandersetzung mit der Frage voraus, in welcher Gestalt das Werk auf die Bühne gebracht werden soll.



Calixto Bieito hat bei seiner Interpretation des Stoffes an der Norske Opera in Oslo eine gewohnt extreme Antwort auf diese Frage gefunden. Er fleddert geradezu den Fundus des vorliegenden komponierten Materials und baut sich daraus – wie Spalanzani seine Olympia – eine eigene Hoffmann-Version. Die Handlung wird radikal auf ­einen Minimalplot eingedampft, wobei nicht nur Dialoge und Rezitative, sondern gleich ganze Szenen und Personen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Das Ergebnis überzeugt: Bieito bricht den traditionellen Mythos vom romantischen Künstler auf, der durch den Mix aus Rausch und unerfülltem Liebesideal zum genialen Autor wird. Sein Hoffmann, stimmlich und gestisch überzeugend dargestellt von Evan ...

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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Andreas Bücker

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