Zwischenapplaus
Das Verdi-Jahr auf Silberscheiben? Im Grunde eine Enttäuschung. Gut, diverse Star-Recitals wurden produziert, doch das eher für die schnelle Kasse, weniger für erhellende Neuansätze. Zum Thema Gesamtaufnahmen, so suggeriert es die vereinigte Label-Front, scheint alles gesagt. Fast, wie ein Live-Mitschnitt aus dem Gießener Stadttheater zeigt. Und dann auch noch «Oberto», jene erste Oper des Meisters, die zwar fest in den Formen der Belcanto-Ära wurzelt, aber schon jene Energieausschläge erreicht, die auch den frühen Verdi unwiderstehlich machen.
Aus drei konzertanten Aufführungen entstand diese Einspielung. Und sie hat harte Konkurrenz auf dem Markt. Doch das betrifft eher die Sänger. Gegen die Dirigenten Lamberto Gardelli und Neville Marriner kann sich Michael Hofstetter mehr als behaupten. Der Gießener Chef, sozialisiert durch die Alte Musik, hat sich tief in die Partitur hineingedacht. Und er macht nicht den Fehler, dieses Früh-Stück mit krachenden Rhythmen und schrundigen Akzenten aufzudonnern. Überrumpelnde Verve, dramatische Zuspitzungen, treibendes Brio, all das gibt es auch bei Hofstetter. Aber dazu eben viel Klangbewusstsein, Substanz, Auflichtungen – und ein ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Markus Thiel
René Pape als bewegender Gurnemanz, Angela Denoke als verstörend-schizophrene Kundry und Willard White als beherrschter Klingsor – drei eindrucksvolle Sängerdarsteller in subtil gestalteten Rollenporträts glänzen am Royal Opera House von Covent Garden in Richard Wagners «Parsifal». Antonio Pappano am Pult tastet sich zunächst etwas schwerfällig durch die Partitur,...
Ein Torso. Die Geschichte eingedampft. Der Mythos gerupft. Zugespitzt, radikal kenntlich gemacht, sagen die Autoren. Für einen wie Ödipus kann es kein Erbarmen geben, keine Heilung und keine Himmelfahrt. Für einen, der, von verborgenen Mächten getrieben, den Vater tötet und die Mutter ehelicht, kann es nur die Erkenntnis geben, dass die Welt finster ist und der...
Wie kann sich ein Intendant in Putins Russland profilieren? Wie muss er sich verhalten? Valery Gergiev mit seinem unstillbaren Hunger nach Ausweitung seines Machtbereichs ist ein gutes Beispiel. Sich das Bolschoi-Theater zu angeln, ist dem Mariinsky-Chef nicht gelungen, stattdessen hat er jetzt ein Auge auf das Sankt Petersburger Konservatorium geworfen. Ein...
