Im Kartenhaus der Gefühle
Wer jetzt ein Haus hat, baut sich auch ein zweites. Oder das erste gründlich um. Soll es nun Liebeshöhle sein oder eine feste Burg? Soll es häusliches Glück bergen? Ist es ein Haus der offenen Tür? In Hannover steht erst einmal eine kleine Puppenstube vor dem roten Vorhang. Schließlich lässt Don Alfonso hier die Puppen tanzen. Er hat ja, wie man später sieht, noch ein paar Spielfiguren auf Vorrat im Schrank.
Wenn sich der Vorhang öffnet, sehen wir ein großes Puppenhaus (Ausstatter: Ivan Bazak), das offenbar im Umbau begriffen ist.
Da hat sich Regisseur Alexander Charim ein schönes Gleichnis zimmern lassen. So verschieben sich Wände, öffnen sich Türen, und immer ist alles schön symbolisch. Nur nimmt man Don Alfonso den überlegenen Ruinenbaumeister nicht recht ab. Der noch recht junge Philosoph arbeitet offenbar seinen eigenen Liebeskummer (wegen Despina?) ab. Aber wenn hier Steckbriefe an die Wand gepinnt und wieder abgerissen, wenn Fotos als Treuepfand verteilt und eingesammelt werden, dann ist das schon von der 10. Parkettreihe aus nur mehr schwer zuzuordnen.
Charims Inszenierung pendelt zwischen Arbeitsverweigerung, Routine und Knalleffekten. Dazu gehört der Einfall, statt ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Rainer Wagner
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