Psychodrama und Pathos
Dresden hat in der Aufführungsgeschichte von Webers «Freischütz» von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt. Zwar fand die Uraufführung der Oper 1821 in Berlin statt, doch die Dresdner Premiere am 26. Januar 1822 stand unter der Gesamtleitung des Komponisten und war damit gleichsam autorisiert. Die 1000. Vorstellung des Werks wurde am 21. Oktober 1951 gefeiert. Die Inszenierung von Paul Hager war zwei Jahre zuvor herausgekommen, und der beträchtliche Erfolg dieser Produktion veranlasste den MDR, sie unter Studiobedingungen komplett aufzunehmen.
Auf Initiative des Dirigenten Hermann Scherchen experimentierte man damals bei diesem Sender mit der Stereofonie. Zwar besaß man dafür eigentlich noch gar nicht die technischen Voraussetzungen (das war erst zwölf Jahre später so weit), doch auch die simulierte Stereotechnik verfehlte ihre Wirkung nicht und wurde als Pionierleistung bewundert. Das Label «Profil» hat dieses bemerkenswerte Tondokument, das in selten geglückter Synthese die Dramatik eines Opernabends mit gediegener Hörspielkultur verbindet, jetzt neu zugänglich gemacht.
Von der Dresdner Staatskapelle darf man hier noch nicht die orchestrale Brillanz der späteren Aufnahme (1973) ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 30
von Ekkehard Pluta
Es grenzt an ein Wunder, dass die dritte Vorstellung von Thomas Adès’ 2004 uraufgeführter Oper «The Tempest» in der Met überhaupt stattfand: Schließlich war New York bereits seit zwei Tagen buchstäblich abgeriegelt wegen des verheerendsten Sturms seit1938. Überflutungen diesen Ausmaßes hatte die Metropole seit 1821 nicht mehr erlebt. Doch obwohl mehrere Millionen...
Es ist ein ganz eigenes Theatererlebnis, das dem Besucher zur Eröffnung der ersten Spielzeit unter dem neuen Intendanten Michael Börgerding im Großen Haus am Goetheplatz beschert wird: Man geht in die Oper – und ist mitten drin im Geschehen um den Niedergang der verkommenen «Netzestadt» Mahagonny. Benedikt von Peter, der in Bremen jetzt als Künstlerischer Leiter...
Auf dem hauseigenen Theatermagazin «Figaro!» prangt der Name in großen Lettern. «JOHANNES REITMEIER» – und zwischen den Zeilen der landsmannschaftliche Appetitmacher: «Gebürtiger Bayer folgt Brigitte Fassbaender nach». Fast einer der unseren, soll sich wohl der Innsbrucker denken. Und immerhin beschert der neue Intendant, der von 2002 bis 2012 Chef des...
