Manon, Werther & Agitprop
Die Opernproduktionen deutscher Stadttheater sind flüchtige Güter: Nach oft nicht mal einem Dutzend Vorstellungen verschwinden sie schon wieder vom Spielplan, und während in Italien jede vom Repertoirewert auch nur halbwegs interessante Produktion ein williges Piratenlabel findet, blieb von den ambitionierten Entdeckungen und Neuinterpretationen hiesiger Opernhäuser bisher nur Schall und Rauch.
Die neue DVD-Reihe, die Arthaus jetzt mit Mitschnitten deutscher Bühnen gestartet hat, füllt mithin nicht nur eine Marktlücke, sondern führt endlich die in der Fachpresse oft gepriesenen Leistungen aus der deutschen Opernprovinz einem überregionalen Publikum vor Augen und Ohren. Denn es sind nicht die ganz großen Häuser, sondern die oft mutigeren mittelgroßen Bühnen, denen das Augenmerk der Arthaus-Produzenten gilt: Als nächste Veröffentlichungen sind «Tristan» und «Hänsel und Gretel» aus Dessau und der «Ring» des Weimarer Nationaltheaters angekündigt – der für Frühjahr 2009 vorgesehene «Tannhäuser» aus Baden-Baden läuft da schon fast außer Konkurrenz.
Aus dem jetzt vorliegenden ersten Schub ist die «Manon Lescaut» aus dem Opernhaus Chemnitz musikalisch sicher die beachtlichste Produktion. ...
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Wer der notorischen Händel-Renaissance auf den deutschen Bühnen etwas entgegensetzen will, bekommt vom Plattenmarkt eine gute Vorlage: Besonders das französische Label Naïve hat sich um die Wiederbelebung des italienischen Barockmeisters Antonio Vivaldi verdient gemacht und hochgelobte Gesamtaufnahmen vorgelegt, Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder Simone Kermes...
Eine Neuproduktion von «Lucrezia Borgia» gibt es nicht alle Tage. Auch an der National Opera in
Washington wäre das Stück wohl kaum in Erwägung gezogen worden, wenn Renée Fleming nicht zugesagt hätte, die Titelpartie zu übernehmen. Vor zehn Jahren hat die Sopranistin diese Lucrezia schon einmal gesungen, an der Scala – und wurde dort von den berüchtigten...
Der Schritt, den Diana Damrau auf ihrem zweiten Soloalbum macht, ist kühner, als es auf den ersten Blick aussieht. Denn obwohl Mozart schon im Zentrum ihres CD-Debüts gestanden hatte, proklamiert die gefeierte Königin der Nacht nun ihren Anspruch auf einem Terrain, auf dem sie mit den Kronjuwelen ihres Koloratursoprans wenig ausrichten kann: Bei Elvira, Vitellia...
