Stimmenfest

Bonn, Vivaldi: Orlando furioso

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Wer der notorischen Händel-Renaissance auf den deutschen Bühnen etwas entgegensetzen will, bekommt vom Plattenmarkt eine gute Vorlage: Besonders das französische Label Naïve hat sich um die Wiederbelebung des italienischen Barockmeisters Antonio Vivaldi verdient gemacht und hochgelobte Gesamtaufnahmen vorgelegt, Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder Simone Kermes haben mit aufsehenerregenden Solo-Recitals nachgezogen.


Ganz am Anfang dieser Wiederentdeckung stand eine Vivaldi-Oper, die sich sehr schnell einen neuen Namen machen konnte: seine Vertonung des «Rasenden Rolands» mit allem, was barockes Zauber­theater braucht und hergibt im Liebesgetümmel auf Alcinas Zauberinsel. Ein starker Titelheld inklusive Wahnsinnsarie dazu – fertig ist das schmackhafte Heldenepos mit hinreißender Musik.
Nur wenige Wochen vor der Premiere des Bonner «Orlando» ist die Regisseurin Aurelia Eggers für einen erkrankten Kollegen eingesprungen – herausgekommen ist trotzdem kein Notbehelf. Die Regisseurin tut ihr Möglichstes, um die Irrungen und Wirrungen im Spiel der Figuren so klar als möglich auszustellen. Das ist handwerklich seriös gelöst – und in vielen Momenten pointiert gelungen. Verdient herzlichen ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Claus Ambrosius

Vergriffen
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