Se Vuol Ballare
Mozarts «Nozze di Figaro» kann es in der Aufführungsstatistik zwar nicht mit der «Zauberflöte» aufnehmen. Aber die erste pralle Frucht seiner Zusammenarbeit mit dem kongenialen Librettisten Lorenzo da Ponte ist alles andere als eine Rarität auf den Spielplänen. Gerade erfreut sich das Stück wieder etlicher Neudeutungen. Dabei fällt auf, dass der Trend, das Werk dezidiert politisch zu lesen, aus der Mode gekommen ist.
Die Vorlage, Beaumarchais’ brisantes Theaterstück «La folle journée», gilt mit ihrer klassenkämpferischen Stoßrichtung als Brandbeschleuniger der Französischen Revolution. Und Mozarts Idee, just diesen Stoff zu vertonen, war sicher mehr als eine kecke Laune, auch wenn da Ponte den Text merklich entschärfte. Jedenfalls gab und gibt es gute Gründe, die moussierende, an Witz und Pointen wahrlich reiche Buffa auf ihren gesellschaftskritischen, ja revolutionären Subtext hin abzuklopfen. Zumal sie ihre Binnenspannung und Komik ja eben aus jenem gesellschaftlichen Gefälle zwischen Adel und Personal, alter Ständegesellschaft und heraufdämmernder neuer Gesellschaftsordnung bezieht, das die mehr oder weniger heiteren Konflikte erst hervorbringt.
Drei neue «Figaros» in ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Regine Müller
Im Sommer hatte ich ein paar Wochen frei. Ich verbrachte sie – selbst ist der Tenor! – damit, meiner Tochter eine neue Küchenzeile zu bauen.
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