Modisch, verdinglicht, entzaubert
Ein großer Tag für Bühnenbildner Christian Schmidt. So raffiniert waren die beiden Drehbühnen mit der seit dem Theaterbrand modernisierten Technik noch nie gehandhabt worden. Das innere und das äußere Segment waren dermaßen minuziös ineinander verzahnt, dass, mit dem Eindruck gegenläufiger Bewegungen, filmisch fließende Bilder entstanden. Inszenierte «Kamerablicke» also auf viel klinisches Weiß, wenig Realismus und – im suggerierten Interieur-Charakter – noch weniger Natur.
Zwar das angedeutete Innere einer durch bäuerlichen Zwist derangierten Häuslichkeit, aber komplementär dessen zwillingshaftes Abbild als strahlender Imaginationsraum. Dazwischen ein enges, hohes (und geradezu provokativ unschweizerisches) Treppenhaus; ausgerechnet in diesem vollzog sich der Hochzeitszug der Traumszene, das geniale Herzstück der Oper, dem hier die in der Musik so unverkennbare Dimension des Trauermarsches fast fehlte. Die atemberaubende Kunstfertigkeit der Bilder traf sich kaum mit der besonderen Aura des Stücks, dessen «pantheistische» Grundstimmung der zuständige Dramaturg Norbert Abels in einem Programmheftessay so eindringlich beschwört.
Auf anders «philosophische» Weise erzählte die ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 32
von Hans-Klaus Jungheinrich
In der spektakulären Optik von Achim Freyer gerieten die zu seinen herausragenden Werken zählenden drei sogenannten Porträt-Opern von Philip Glass – in der Reihenfolge «Satyagraha», «Echnaton» und «Einstein on the Beach» – zu den großen künstlerischen Erfolgen der Stuttgarter Oper in den Jahren vor Klaus Zehelein. Denkbar, dass von jenen auch äußerst...
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Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.
Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der...
