Working Girls

Puccini: Manon Lescaut London / Royal Opera House

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Von schnödem Mammon und männ­licher List verführt: Die tragische Geschichte der Manon Lescaut besitzt seit jeher eine prekäre Nähe zum B-Movie-Kitsch. In Jonathan Kents Inszenierung der gleichnamigen Puccini-Oper am Londoner Royal Opera House wird sie wie ein solcher Film erzählt. Der Niedergang der Titelheldin – Kristine Opolais gibt sie mit umwerfender Bühnen- und Stimmpräsenz – spult sich, effektvoll von Kents Maskenbildner/inne/n untermalt, vor gnadenlosen Kameraaugen ab.

Schauplatz: der vergoldete Palast des «Wohltäters» Geronte di Revoir (Maurizio Muraro), in dem Manons platinblondes Haar und ihr Babydoll-Nachthemd perfekt mit Paul Browns rosa- und silberfarbener Bühne harmonieren. Und über allem prangt eine überdimensionierte Orchidee, ein unverhohlenes Sexsymbol.

Lüsterne Männerblicke und die Ausbeutung der Frau also sind die treibenden Kräfte in Kents Produktion: käuflicher Sex allenthalben. Die all­gegenwärtige Filmcrew fängt jede Regung, jede schmollmundige Pose Manons ein, während verstohlen-geile Altmännerblicke die Live-Vorstellung wie in einem Pornokino verfolgen. Wie das amerikanische Model Anna Nicole, der Covent Garden unlängst eine Oper widmete (siehe OW 4/2011), ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Edward Seckerson

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