Wiener Wagner-Theater aus den Sechzigern

«Lohengrin» und «Die Meistersinger von Nürnberg» in Erstveröffentlichungen

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Das Wagner-Jahr scheint große und kleinere Plattenfirmen in einen wahren Rausch des Recycelns früherer Publikationen versetzt zu haben, und der Sammler muss aufpassen, dass er nicht in neuem Design eine Aufnahme erwirbt, die er längst besitzt. Zwei Aufführungen, vor einem halben Jahrhundert in der Wiener Staatsoper mitgeschnitten, können allerdings als Novitäten gelten. Wobei der «Lohengrin» von 1965, den Orfeo jetzt in gewohnt sorgfältiger Edition herausbringt, eine Zeitlang schon inoffiziell von dem Label Melodram vertrieben wurde.

Anlass zur Veröffentlichung war in diesem Fall nicht nur das Wagner-Jubiläum, sondern zugleich der 85. Geburtstag von Christa Ludwig, die damals, auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Möglichkeiten, als Ortrud der eigentliche Star des Abends war. Mit gleißender, auch in exponierten Lagen nie versiegender Stimme gibt sie ein facettenreiches Porträt der Figur und erhält nach «Entweihte Götter!» frenetischen Szenenapplaus. Ihre Bühnenpartner lassen sich von dieser Brillanz indes nicht einschüchtern. Claire Watson als lyrisch-innige Elsa, Jess Thomas als hell strahlender Lohengrin und Walter Berry als vokal unerschrockener Telramund zeigen sich in blendender ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta

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