Genau abgestimmt
Vor 24 Jahren kam Janáceks «Katja Kabanova» in Regensburg zuletzt heraus. Es war die erste Spielzeit von Marietheres List als Intendantin. Nun steht das Stück in der ersten Spielzeit ihres Nach-Nachfolgers Jens Neundorff von Enzberg wieder auf dem Spielplan. Brigitte Fassbaender inszeniert, die Ausstattung stammt von Dorit Lievenbrück. Die Regisseurin rückte die inneren Konflikte, die Katja in den Tod treiben, ins Zentrum. Die Bühne bleibt karg. Mit einer Schwarz-Weiß-Fotografie aufgewühlter Wassermassen wird die Wolga angedeutet, über der sich Wolken türmen.
Hinter einer frei im Raum stehenden Tür ist ein Bett sichtbar. Ein bewegliches Gerüst markiert eine Ebene außerhalb der Realität. Hier finden sich die Paare. Diese inneren und äußeren Räume sind genau abgestimmt auf die Befindlichkeiten der Titelheldin, die, zwischen Lebensgier und Sehnsucht nach Geborgenheit hin und her gerissen, gnadenlos in den Tod getrieben wird. Die junge Frau weiß um die Aussichtslosigkeit ihrer Situation und bricht dennoch aus.
Brigitte Fassbaender sorgt für eine überaus subtile Personenführung. Michaela Schneider singt die Katja mit gleichermaßen jugendlich-lyrischer wie expressiv-dramatischer Stimme ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Heldt
Das Orchester ist hochgefahren, die Balustrade aufgesplittert. Kein Graben trennt Zuschauer und Sänger, und während die einen auf ihre Plätze eilen, halten die anderen Maulaffen feil. Ein Mozart auf Augenhöhe sozusagen, platziert vor allem auf den Seitenbrücken und dem Proszenium. Noch ist der Bühnenvorhang geschlossen, und das Publikum blickt darauf, als weite...
Seit seiner Uraufführung 1978 ist Aribert Reimanns «Lear» fast zu einem Repertoirestück geworden. Umso überraschender, dass er in Skandinavien, das Neuer Musik an sich aufgeschlossen gegenübersteht, erst jetzt seine Premiere erlebte. Das kleine, aber feine Opernhaus in Malmö hat sich dieser musikalischen Mammutaufgabe angenommen und sie mit Bravour gelöst: Reimanns...
Gut Ding braucht seine Zeit. Auch als Tenor sollte man es nicht zu eilig haben. Der Pole Piotr Beczala galt als Zürcher Ensemblemitglied ein Jahrzehnt lang als Geheimtipp im lyrischen Fach, bis schließlich 2006 mit Auftritten an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera die Weltkarriere einsetzte, in deren bisherigem Verlauf viele CDs und DVDs mit dem...
