Drei Tenöre

Neue Recitals mit Piotr Beczala, Massimo Giordano und Ramón Vargas

Opernwelt - Logo

Gut Ding braucht seine Zeit. Auch als Tenor sollte man es nicht zu eilig haben. Der Pole Piotr Beczala galt als Zürcher Ensemblemitglied ein Jahrzehnt lang als Geheimtipp im ­lyrischen Fach, bis schließlich 2006 mit Auftritten an der Mailänder Scala und an der Metropolitan Opera die Weltkarriere einsetzte, in deren bisherigem Verlauf viele CDs und DVDs mit dem Sänger auf den Markt gekommen sind.

Dass er nicht nur in der Oper, sondern auch in der Operette erfolgreich ist, weckt Erinnerungen an seinen berühmten Landsmann Jan Kiepura, dessen darstellerisches Charisma er allerdings nicht besitzt.

Jetzt legt Beczala, mittlerweile ein Mittvierziger, bei Orfeo ein reines Verdi-Programm vor, was insofern überrascht, als dieser Komponist bislang keine zentrale Rolle in seiner Entwicklung gespielt hat, auch wenn er in den lyrischen Partien in «Rigoletto» und «La traviata» erfolgreich ist und mit dem Riccardo in «Un ballo in maschera» einen ersten Schritt ins Zwischenfach gewagt hat. Auf diesem Recital nun testet er seine Möglichkeiten im lirico-spinto-Fach, wagt sich an Don Carlo, Manrico und Radames heran. Alles ist geradezu unverschämt gut gesungen, mit glänzenden Höhen, eleganten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Halbe Strecke

Schmacht, schmatz, grummel, tob, peng, ächz, krächz, schluchz. Verdis Troubadour in Sprechblasen? «Alles drängte in ihm zum Ausruf, zum Aufschrei, zur Kürze. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte er Opern komponiert, deren Text nur Jubelrufe, Freudenlaute, Seufzer, Schmerz- und Racheschreie hätten sein müssen...» Dass das Programmheft zu Philipp Stölzls...

Wieder­gutmachung

Diese Schrecksekunde hat schon jeder Opernfreund erlebt: Wenn einer am Anfang vor den Vorhang tritt, wird meist eine Umbesetzung oder die Indisposition eines Sängers annonciert. In der zweiten Vorstellung von «Tristan und Isolde» waren aber weder Tenor noch Sopran unpässlich, vielmehr ein Bratscher und ein Cellist kurzfristig krank geworden. Da wurde man einmal...

Aufgewärmt

Benjamin Britten, genau hundert Jahre jünger als Verdi und Wagner, ist der wichtigste Bühnenkomponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dennoch scheint er – zumindest im Vergleich zu den beiden anderen «Jahresregenten» – in diesem Jubiläumsjahr nicht gerade hektisch gefeiert zu werden. Bei den Neuveröffentlichungen von Britten-Opern auf DVD hält man sich...